27 April 2026, 12:27

Sachsen-Anhalt schwächt Lohnkontrollen – Mindestlohn bleibt oft unkontrolliert

Detailierte Straßenkarte von Wageningen, Deutschland, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten mit beschrifteten Texten.

Sachsen-Anhalt schwächt Lohnkontrollen – Mindestlohn bleibt oft unkontrolliert

Lohnkontrollen in Sachsen-Anhalt seit Jahren massiv geschwächt

Die Durchsetzung von Mindestlöhnen in Sachsen-Anhalt hat in den letzten Jahren deutlich an Wirksamkeit verloren. Die Kontrollen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) sind drastisch zurückgegangen – von 1.598 im Jahr 2022 auf nur noch 691 im Jahr 2025. Kritiker warnen nun, dass Lohnunterschreitungen zunehmend unentdeckt bleiben, da Unternehmen seltener als je zuvor überprüft werden.

Der Rückgang der Kontrollen fällt mit einer schrumpfenden Wirtschaftslandschaft zusammen. Die Zahl der gemeldeten Betriebe in Sachsen-Anhalt sank von 65.738 im Jahr 2022 auf 62.211 im Jahr 2025. Dennoch bleiben Inspektionen selbst bei weniger Unternehmen eine Seltenheit. Statistisch gesehen muss ein Betrieb heute nur noch alle 90 Jahre mit einer Zollprüfung rechnen. Bei landwirtschaftlichen Betrieben ist die Wartezeit noch länger – hier steht im Schnitt nur alle 234 Jahre eine Kontrolle an.

Niedriglöhne bleiben weit verbreitet Aktuell verdienen 23,3 Prozent aller Beschäftigten in der Region weniger als 15 Euro pro Stunde. Besonders prekär ist die Situation in nicht tarifgebundenen Betrieben, wo 35 Prozent der Belegschaft unter dieser Grenze liegen. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 13,90 Euro und soll 2027 auf 14,60 Euro steigen.

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Der Linken-Abgeordnete David Schliesing spricht von einer "Durchsetzungsblindheit" und macht massive Personalengpässe für die Misere verantwortlich. Er fordert spezielle Staatsanwälte für die Ahndung von Lohnverstößen sowie dringend Verstärkung für die Zollteams. Seine Forderungen kommen zu einer Zeit, in der die Debatten über faire Bezahlung und schärfere Kontrollen vor der geplanten Mindestlohnerhöhung 2027 an Fahrt aufnehmen.

Weniger Kontrollen, mehr Lohnbetrug Der starke Rückgang der Prüfungen lässt viele Beschäftigte schutzlos gegen Lohnunterschreitungen zurück. Mit der bevorstehenden Mindestlohnerhöhung 2027 wächst der Druck, die Kontrollen zu verschärfen. Ohne zusätzliche Ressourcen, so die Kritik, werden Lohnverstöße weiterhin ungestraft bleiben.

Quelle