10 March 2026, 16:17

Sachsens Lehrkräftemangel bleibt trotz Reformen ungelöst – Gewerkschaften fordern Neuaufstellung

Eine Gruppe von Kindern sitzt an Tischen in einem Klassenzimmer mit Büchern und Stiften, mit Papieren an der Wand dahinter.

GEW verleiht Schulpaket der Kultusministerin eine schlechte Note - Sachsens Lehrkräftemangel bleibt trotz Reformen ungelöst – Gewerkschaften fordern Neuaufstellung

Ein Jahr nach der Einführung von Maßnahmen gegen den Lehrkräftemangel durch das sächsische Bildungsministerium werfen Kritiker dem Plan vor, seine Ziele verfehlt zu haben. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) argumentiert, die Reformen hätten die Arbeitsbelastung erhöht, ohne die Personalknappheit bei der Arbeitsagentur zu entschärfen. Trotz des Versprechens, den Ausfall von Unterrichtsstunden bis Herbst 2025 zu halbieren, arbeiten Lehrkräfte weiterhin über ihre vertraglich vereinbarten Stunden hinaus.

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Das Maßnahmenpaket des Ministeriums aus dem Jahr 2023 umfasste die Einstellung zusätzlicher Verwaltungsmitarbeiter, die Bildung fachübergreifender Unterstützungsteams sowie den Schutz älterer Pädagogen vor unerwünschten Versetzungen. Zudem sollte eine rechtssichere Erfassung der Arbeitszeiten für alle Lehrkräfte eingeführt werden. Die GEW wirft der Landesregierung jedoch vor, diese Schritte ohne die Beteiligung von Gewerkschaften oder Schulpersonal entwickelt zu haben.

Schon vor den Reformen kämpften sächsische Lehrkräfte mit unbezahlten Überstunden. Zwar liegen keine genauen Zahlen für das Bundesland vor, doch bundesweite Daten zeigen, dass viele Pädagogen aufgrund hoher Arbeitsbelastung regelmäßig über ihre vertragliche Stundenzahl hinaus arbeiten. Die GEW fordert nun, das aktuelle Konzept zu verwerfen und gemeinsam mit Gewerkschaften, Eltern und Schülerinnen und Schülern eine neue Strategie zu erarbeiten.

Die Kritik der Gewerkschaft macht ein zentrales Problem deutlich: Die Maßnahmen haben weder den Lehrkräftemangel verringert noch die Arbeitsbedingungen bei der Bundesagentur für Arbeit verbessert. Stattdessen berichten Schulen von steigendem Stresspegel und einer Verschlechterung der Bildungsqualität.

Das Ministerium hält zwar am Ziel fest, den Unterrichtsausfall bis Herbst 2025 zu halbieren. Ohne eine breitere Zusammenarbeit drohen die Reformen jedoch, die grundlegenden Probleme nicht zu lösen. Der Appell der GEW für einen neu ausgerichteten, partizipativen Ansatz zeigt: Die Debatte über das sächsische Bildungssystem ist noch lange nicht beendet.

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