10 May 2026, 16:15

Schärfere Regeln: Bundesjustizministerium will Kinder besser vor häuslicher Gewalt schützen

Plakat mit der Überschrift "Executive Orders Protecting Reproductive Rights" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, mit einer Grafik einer Person mit ausgestreckten Armen.

Schärfere Regeln: Bundesjustizministerium will Kinder besser vor häuslicher Gewalt schützen

Bundesjustizministerium plant schärfere Regeln zum Schutz von Kindern vor häuslicher Gewalt

Das deutsche Bundesjustizministerium will Kinder besser vor häuslicher Gewalt schützen und schlägt dafür strengere Vorschriften vor. Dem Entwurf zufolge könnten gewalttätige Eltern künftig selbst dann den Kontakt zu ihren Kindern verlieren, wenn sich die Gewalt nicht direkt gegen diese richtete. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) strebt an, Familiengerichten klarere Eingriffsmöglichkeiten in solchen Fällen an die Hand zu geben.

Die geplante Reform würde Richtern ermöglichen, gewalttätigen Eltern den Umgang mit ihren Kindern vorübergehend oder dauerhaft zu untersagen. Diese Maßnahme käme infrage, wenn die Gewalt die körperliche Sicherheit des Opfers bedroht und ein Kontaktverbot notwendig ist, um weitere Schäden zu verhindern. Die Gerichte müssten jeden Fall einzeln prüfen und dabei Art, Schwere und Häufigkeit der Gewalt sowie das Risiko weiterer Vorfälle abwägen.

Ein automatisches Umgangsverbot ist nicht vorgesehen – der vollständige Entzug des Elternrechts gilt als letztes Mittel. Stattdessen könnten Richter mildere Auflagen verhängen, etwa begleitete Besuche. Die Reform knüpft an bestehende Gesetze an, die ohnehin bereits verlangen, häusliche Gewalt bei Sorge- und Umgangsrechtsentscheidungen zu berücksichtigen.

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Hubigs Vorhaben berücksichtigt zudem, dass Kinder selbst dann schwer unter familiärer Gewalt leiden, wenn sie nicht unmittelbar betroffen sind. Ziel ist es, sowohl die geschützten Elternteile als auch die Kinder vor weiteren Belastungen zu bewahren und ihnen ein sicheres Aufwachsen zu ermöglichen. Das Justizministerium arbeitet derzeit an der finalen Ausgestaltung der gesetzlichen Änderungen.

Wird die Reform verabschiedet, erhalten Familiengerichte schärfere Instrumente, um gewalttätigen Eltern den Zugang zu ihren Kindern zu verwehren. Richter müssten jede Situation sorgfältig prüfen, bevor sie Kontaktverbote oder begleitete Besuche anordnen. Die Neuregelungen sollen die Folgen häuslicher Gewalt für betroffene Familien verringern.

Quelle