Schwarzwald-Dörfer testen neues Hotelkonzept gegen Leerstand und Touristenmangel
Hans D. FinkeSchwarzwald-Dörfer testen neues Hotelkonzept gegen Leerstand und Touristenmangel
Neues Projekt im Schwarzwald will ruhige Dorfkerne beleben
Ein neues Vorhaben im Schwarzwald soll stillgelegten Dorfkernen neues Leben einhauchen. Das Konzept sieht vor, leerstehende Häuser in ein sogenanntes "verstreutes Hotel" umzuwandeln – eine Mischung aus Tourismus und dörflichem Alltag. Die Initiatoren erhoffen sich dadurch mehr Besucher und gleichzeitig eine innovative Unterstützung für die lokale Gemeinschaft.
Inspiriert ist die Idee von Italien, wo das Modell des Albergo Diffuso bereits erfolgreich läuft. Statt eines großen Gebäudes sind die Gästezimmer hier auf mehrere Häuser im Dorf verteilt. Voraussetzung ist, dass die Gebäude maximal 400 Meter voneinander entfernt liegen. Mahlzeiten wie Frühstück oder Abendessen würden in örtlichen Betrieben wie der Dorfbäckerei oder der Gastwirtschaft serviert.
In der Schweiz hat sich dieses Konzept bereits in Orten wie Corippo und Grengiols bewährt. Nun suchen Vertreter der Schwarzwald Tourismus GmbH und der Compass Tourismus Partner eG nach einem passenden Schwarzwalddorf, um das Modell zu erproben. Entscheidend für den Erfolg sei dabei die starke Unterstützung der örtlichen Bevölkerung, betonen sie.
Bewerbungen wurden Anfang dieses Monats entgegengenommen und laufen noch bis zum 30. März. Bisher haben sich drei Dörfer offiziell beworben, fünf weitere zeigen großes Interesse. Die endgültige Auswahl soll bis Ende April fallen.
Im ausgewählten Ort werden dann leerstehende Immobilien zu Gästezimmern umgebaut, sodass Touristen und Einheimische die gleichen Räume nutzen. Ziel des Projekts ist es, ungenutzte Häuser zu beleben, lokale Betriebe zu stärken und eine neue Art von Urlaubserlebnis zu schaffen. Sobald das Auswahlverfahren abgeschlossen ist, wird der ausgewählte Standort bekannt gegeben.






