Solingen streitet um Abriss des Theaters für neue Feuerwehrwache
In Solingen entbrennt eine politische Debatte über die Zukunft des städtischen Theaters und Konzerthauses. Die Ratsfraktion SG_zukunft hat eine von der Stadtverwaltung vorgelegte Szenariostudie scharf kritisiert. Die Gruppe lehnt Pläne ab, das Gebäude für einen neuen Standort der Feuerwehr und Rettungsdienste abzureißen.
SG_zukunft stellt die Neutralität der Studie infrage. Die Fraktion wirft vor, diese sei mit einer vorgegebenen Agenda in Auftrag gegeben worden und stütze sich zu stark auf Daten der Stadtverwaltung und der Feuerwehr. Zudem werde sie zentralen Aspekten nicht gerecht – etwa dem im Gebäude gebundenen CO₂ („embodied carbon“), dem vorhandenen unterirdischen Bunker oder möglichen Verkehrsbeeinträchtigungen durch die neue Wache.
Die Fraktion warnt vor finanziellen Risiken und verweist auf das Beispiel der neuen Feuerwache in Ohligs, deren Kosten um über 20 Millionen Euro explodiert seien. SG_zukunft betont zudem, dass kultureller Wert sich nicht allein in wirtschaftlichen Kennziffern messen lasse und bestehende Kulturstätten erhalten bleiben müssten.
In den kommenden Tagen werden die politischen Gremien der Stadt über die Zukunft des Theaters und Konzerthauses beraten. Geplant sind auch eine öffentliche Präsentation der Studienergebnisse und eine Debatte im Stadtrat.
SG_zukunft bleibt entschieden gegen einen Abriss des Gebäudes und zweifelt die aktuellen Vorschläge an. Die anstehenden Diskussionen dürften die politische Spaltung in der Frage vertiefen. Im Mittelpunkt der Debatte werden voraussichtlich die Glaubwürdigkeit der Studie, finanzielle Bedenken und die kulturelle Bedeutung des Standorts stehen.
