24 April 2026, 08:23

SPD-Kreischef Boos zerpflückt eigene Partei nach Wahldebakel in Rheinland-Pfalz

Deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei mit zwei Männern auf einem Sofa und Text.

SPD-Kreischef Boos zerpflückt eigene Partei nach Wahldebakel in Rheinland-Pfalz

Marko Boos, der SPD-Kreischef von Mayen-Koblenz, hat seine eigene Partei in einem scharfen Social-Media-Beitrag öffentlich kritisiert. Seine Äußerungen folgen auf die schwere Niederlage der SPD bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 22. März, die er als "bittere und historische" Schlappe für die Partei bezeichnete.

Boos warf der SPD vor, aus der Wahlniederlage keine Lehren gezogen zu haben, und warnte, die Partei riskiere, das Vertrauen jüngerer Wähler zu verlieren. Er verwies auf eine überalterte Mitgliederschaft und einen Mangel an neuem Nachwuchs als zentrale Probleme. Seinem Eindruck nach habe die interne Fixierung der Partei auf die Verteilung von Posten – statt auf Selbstreflexion – sie den Kontakt zur Basis verlieren lassen.

Zudem kritisierte er scharf die Parteikultur: Echtes Engagement werde oft mit Feindseligkeit begegnet, so Boos. Wer sich äußere, werde zugunsten von "Ja-Sagern" kaltgestellt, die den Status quo nicht infrage stellten. Boos räumte ein, er habe über einen Austritt aus der SPD nachgedacht, habe sich aber entschieden zu bleiben, um von innen für Veränderungen zu kämpfen.

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Seine Frustration erstreckte sich auch auf die Koalitionsgespräche, bei denen es ihn verwundere, dass lokale SPD-Führungskräfte ausgeschlossen würden, während CDU-Landräte einbezogen seien. Boos warnte, solche Entscheidungen trieben die Wähler weiter in die Arme der AfD – aus Enttäuschung über die etablierten Parteien.

Die SPD müsse sich seiner Meinung nach wieder auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen: dem Gemeinwohl zu dienen, statt sich in internen Machtkämpfen zu verlieren.

Boos' Kritik offenbart tiefe Gräben innerhalb der SPD nach der Wahlniederlage. Sein Reformaufruf zielt auf eine Erneuerung der Parteikultur, die Einbindung jüngerer Mitglieder und die Rückgewinnung der Wähler ab. Ob seine Forderungen Veränderungen auslösen werden, bleibt abzuwarten.

Quelle