SPD-Zoff um AfD: Midyatlı fordert Verbot nach Albigs Kooperations-Äußerungen
Hagen SieringSPD-Zoff um AfD: Midyatlı fordert Verbot nach Albigs Kooperations-Äußerungen
Eine führende Vertreterin der SPD hat einen früheren Ministerpräsidenten scharf kritisiert, nachdem dieser eine Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD ins Spiel gebracht hatte. Serpil Midyatlı, stellvertretende Bundesvorsitzende der Sozialdemokraten, lehnte jeden Umgang mit der Partei entschieden ab und bezeichnete sie als Gefahr für die Demokratie.
Der Streit entzündete sich an Äußerungen von Torsten Albig, dem ehemaligen Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, der SPD-Kollegen aufgefordert hatte, über Minderheitsregierungen zu nachdenken, die von der AfD geduldet werden.
Midyatlı verurteilte die AfD in einer klaren Stellungnahme als „unmenschlich und demokratiefeindlich“. Sie betonte, die Partei habe in der deutschen Politik keinen Platz, und forderte ein vollständiges Verbot. Ihre Worte kamen als Reaktion auf Albigs Überlegung, in bestimmten regionalen Kontexten auf die Tolerierung durch die AfD zu setzen.
Über das Verbot hinaus drängte Midyatlı auf eine sofortige Prüfung der Verfassungsmäßigkeit der AfD. Zugleich bekräftigte sie als Sozialdemokratin ihren unbedingten Widerstand gegen die Partei. Der Konflikt zeigt, wie tief die SPD in der Frage gespalten ist, wie mit dem Aufstieg der Rechten in der deutschen Politik umzugehen ist.
Die SPD steht nun vor inneren Spannungen in ihrer Haltung zur AfD. Während Midyatlıs Forderungen nach einem Verbot und einer verfassungsrechtlichen Überprüfung eine klare Absage an jede Annäherung bedeuten, bleibt Albigs früherer Vorstoß zu taktischer Zusammenarbeit innerhalb der Partei umstritten.
