24 April 2026, 22:16

TMZ jagt jetzt Politiker: Wenn Paparazzi auf Washington treffen

Porträt von George Washington auf Papier mit Text, der nach vorne zeigt und einen ernsten Ausdruck hat, trägt einen Anzug und eine Krawatte.

TMZ jagt jetzt Politiker: Wenn Paparazzi auf Washington treffen

Ein Promi-Nachrichtenportal, das für seine Jagd auf virale Momente bekannt ist, nimmt nun Politiker in Washington ins Visier. TMZ, berüchtigt dafür, Stars in unbewachten Augenblicken zu fotografieren, richtet seine Kameras nun auf Abgeordnete in der Hauptstadt. Der Schritt erfolgt zu einer Zeit, in der das öffentliche Vertrauen in die Regierung auf einem Tiefstand ist – der Kongress verzeichnet eine Ablehnungsquote von 86 Prozent.

Die Verschiebung folgt Jahren der Verwischung der Grenzen zwischen Unterhaltung und Politik. Ein ehemaliger Reality-TV-Star verbrachte fast sechs Jahre im Weißen Haus, während seine Regierung unter anderem einen Wrestling-Funktionär und ein ehemaliges Real-World-Castmitglied umfasste. Jetzt bringt TMZ seinen aggressiven Stil in die Machtzentren der Politik.

Das 2005 gegründete TMZ hat sich einen Namen damit gemacht, Prominente unvorbereitet zu erwischen. Zu seinen viralen Erfolgen zählt etwa ein Foto von Senator Lindsey Graham, der in Disney World einen Zauberstab hält. Nun setzt das Portal Mitarbeiter ein, um Politiker in Washington zu konfrontieren – mit Paparazzi-Methoden, um spontane Momente einzufangen.

Die Vorgehensweise von TMZ lotet oft die Grenzen des Journalismus aus, insbesondere wenn es Quellen für Hinweise bezahlt. Anders als traditionelle Nachrichtenorganisationen verfügt TMZ nicht über Presseausweise für den Kongress. Dadurch bleibt die Berichterstattung auf spontane "Walking-Interviews" beschränkt, statt auf offizielle Briefings.

Trotz seiner unkonventionellen Methoden hat TMZ bereits Fuß gefasst. Verteidigungsminister Pete Hegseth bezeichnete die Reporter kürzlich als "neue Mitglieder unserer Pressegruppe hier" im Pentagon. Zudem zieht das Portal die Aufmerksamkeit von Reality-TV-Stars auf sich, die sich in der Politik engagieren – allein in den letzten Jahren besuchten über ein Dutzend Real-Housewives-Darsteller den Capitol Hill.

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TMZ-Gründer Harvey Levin pflegt ein wechselhaftes Verhältnis zum ehemaligen Reality-Star im Weißen Haus. Diese Verbindung verleiht dem wachsenden Einfluss des Portals in politischen Kreisen eine zusätzliche Dimension.

Das Erscheinen von TMZ in Washington spiegelt einen größeren Trend wider: die zunehmende Vermischung von Unterhaltung und Politik. Die Methoden des Portals – darunter öffentliche Hinweise und aufdringliche Fotografie – werden nun auf Politiker angewandt. Angesichts historisch niedriger Zustimmungswerte für den Kongress könnte dieser Schritt das Verhältnis zwischen politischen Akteuren und den Medien weiter verändern.

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