Vadim Dantsiger über die Magie des Theaters und seine kosmische Regiephilosophie
Margot RudolphVadim Dantsiger über die Magie des Theaters und seine kosmische Regiephilosophie
Vadim Dantsiger, Regisseur am Primorski-Gorki-Akademischen Regionalen Dramatheater in Moskau, hat seine Ansichten über Schauspielkunst, Regie und den Zustand des modernen Theaters geteilt. Seine Reflexionen umfassen den kreativen Prozess, die Herausforderungen bei der Inszenierung anspruchsvoller Werke und die sich wandelnden Maßstäbe in diesem Metier.
Dantsiger vergleicht die Arbeit von Schauspielern und Regisseuren mit kosmischer Schöpfung: Für ihn erschafft ein Schauspieler einen Planeten, während ein Regisseur aus diesen individuellen Rollen Galaxien und Universen formt. Den Ausspruch „Liebe die Kunst in dir, nicht dich in der Kunst“ deutet er als Hingabe an den Probenprozess – und nicht als Ausdruck persönlicher Eitelkeit.
Eng verbunden ist er mit Wladiwostok und dessen Theaterszene. Dort hat er Stücke wie „Der Garderobier“, „Kabale und Liebe“ und „Das Schweigen des Matrosen“ auf die Bühne gebracht. Trotz seiner Leidenschaft für herausfordernde Inszenierungen stellt er einen Rückgang der schauspielerischen Standards fest. Wettbewerb zwischen Theatern hält er für unerlässlich, um die Qualität zu wahren.
Gleichzeitig beobachtet Dantsiger eine Renaissance der Feinfühligkeit im Theater. Jede neue Produktion sieht er als Beweis seiner Regiekunst – jedes Projekt wird für ihn zur frischen Prüfung seines Handwerks.
Seine Perspektiven unterstreichen den Einsatz, den das Theater erfordert. Dantsigers Arbeit in Wladiwostok und Moskau bezeugt sein Engagement für anspruchsvolle Kunst. Sein Fokus liegt darauf, durch Wettbewerb und sorgfältiges, nuanciertes Erzählhandwerk die Maßstäbe zu heben.
