Wie Berlins Tafeln mit Ehrenamtlichen gegen Lebensmittelknappheit kämpfen
Hans D. FinkeWie Berlins Tafeln mit Ehrenamtlichen gegen Lebensmittelknappheit kämpfen
Freiwillige in Berlin engagieren sich für das wachsende Netz der Tafeln
In einem Neuköllner Supermarkt sammelt ein kleines Team Spenden im Rahmen einer saisonalen Kampagne – eine von vielen Initiativen, die Berlins Foodbank-Netzwerk Tafel in einer Zeit steigender Nachfrage nach Lebensmittelhilfe unterstützen. Deutschlandweit ist die Zahl der Menschen, die auf solche Angebote angewiesen sind, deutlich gestiegen.
Anne, Uschi und Marianne verbringen ihren Samstag in der Edeka-Filiale in der Karl-Marx-Straße 101. Der Supermarkt liegt in einem Viertel, in dem viele Anwohner mit finanziellen Schwierigkeiten kämpfen. Ihre Aufgabe ist einfach, aber wirkungsvoll: Im Rahmen der Aktion "Noch eins!"-Kampagne bitten sie Kund:innen, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt für die Tafel mitzunehmen.
Die Osteraktion der Berliner Tafel läuft noch bis zum 4. April 2026 in 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland. Ähnliche Sammlungen finden auch zu Erntedank und Weihnachten statt. Ohne ehrenamtliche Helfer wie dieses Trio würde die Arbeit der Tafeln zum Erliegen kommen.
Die Berliner Tafel betreibt mittlerweile 48 Verteilstellen unter dem Namen "Brot & Seele" in der gesamten Stadt. Monatlich geben sie 660 Tonnen Lebensmittel an Bedürftige aus. Im Hintergrund sorgen ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge für die reibungslose Verteilung. Bundesweit ist die Organisation auf rund 970 Standorte angewachsen und versorgt jährlich zwischen 1,5 und 2 Millionen Menschen.
Seit der Pandemie hat die Nachfrage stark zugenommen – fast doppelt so viele Menschen sind heute auf Lebensmittelpakete angewiesen. Die Wurzeln des Netzwerks reichen bis ins Jahr 1993 zurück, auch wenn genaue Wachstumszahlen über die Jahrzehnte schwer zu beziffern sind.
Die Aktion in der Karl-Marx-Straße ist nur ein kleiner Baustein in einem viel größeren System. Die Berliner Tafel erweitert kontinuierlich ihr Angebot, gestützt durch Partnerschaften mit Supermärkten und das Engagement der Gemeinschaft. Der Fokus bleibt vorerst darauf, die dringendsten Bedürfnisse derer zu decken, die auf die Hilfe der Tafeln angewiesen sind.






