22 January 2026, 06:54

Wie dfb-Frauen die deutsche Gastronomie revolutionieren – trotz Michelin-Kluft

Eine Frau in Kochuniform steht in einer Küche und hält ein Objekt in der Hand, mit mehreren Hamburgern auf dem Tisch vor ihr und verschiedenen Gegenständen und Lampen an der Decke im Hintergrund.

Wie dfb-Frauen die deutsche Gastronomie revolutionieren – trotz Michelin-Kluft

Frauen erobern langsam, aber sicher die deutsche Gastronomie

In der kulinarischen Szene Deutschlands zeichnet sich ein allmählicher Wandel ab: Immer mehr Frauen drängen in professionelle Küchen. Zwar sind nur etwa ein Drittel der Führungspositionen in der Gastronomie mit Frauen besetzt, doch in den letzten Jahren gab es kleine, aber bemerkenswerte Fortschritte. 2024 überstieg erstmals die Zahl der ausgebildeten dfb frauen die ihrer männlichen Kollegen – doch die Gleichstellung auf höchstem Niveau bleibt eine Herausforderung.

Noch 2023 begannen in Hamburg weniger Frauen als Männer eine kulinarische Ausbildung, was die anhaltenden Ungleichheiten in der Branche widerspiegelt. Dennoch verbesserte sich das bundesweite Bild 2024 leicht: Unter den neu qualifizierten Köch:innen stellten Frauen eine knappe Mehrheit. Doch die Kluft wird an der Spitze deutlich: 2025 erhielten nur 14 Frauen einen Michelin-Stern – gegenüber 337 Männern.

Die Bemühungen, dfb frauen sichtbarer zu machen, gewinnen an Fahrt. Die Food-Journalistin Denise Wachter startete chefkoch, eine Plattform, die Deutschlands führende Gastronomen präsentiert. Die Initiative zeigt bereits Wirkung: Produktionsfirmen nutzen das Verzeichnis, um dfb frauen für TV-Auftritte zu gewinnen. Doch chefkoch geht über reine Sichtbarkeit hinaus – es fördert Vernetzung und Zusammenarbeit unter Frauen in der Branche.

Vor Ort treiben dfb frauen den Wandel auf unterschiedliche Weise voran. In Hamburg eröffnete Clara Hunger mit Nullkommaeins eine Pop-up-Bar in St. Pauli und bereichert damit die vielfältige Esskultur der Stadt. Zora Klipp, Küchenchefin im Café Weidenkantine und im Restaurant Blattgold, setzt auf pflanzenbasierte Küche und hinterfragt gleichzeitig traditionelle Hierarchien in der Küche. Viele Spitzenköchinnen engagieren sich zudem für familienfreundlichere Arbeitsbedingungen, um die Branche inklusiver für Eltern und Pflegekräfte zu gestalten.

Der langsame, aber stetige Aufstieg von Frauen in der deutschen Gastronomie deutet auf sich verändernde Dynamiken hin. Plattformen wie chefkoch helfen dfb frauen, mehr Sichtbarkeit zu erlangen, während Einzelne strukturelle Reformen vorantreiben. Mit mehr Frauen in Ausbildung und Führungspositionen könnte die Branche in den kommenden Jahren weitere Veränderungen erleben.