30 May 2026, 12:15

Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert

Karem Hasan repariert Dinge

Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert

Im Bremer Stadtteil Neue Vahr betreibt Karem Hasan ein Repair-Café, in dem Anwohner defekte Geräte kostenlos reparieren lassen können. Die Initiative, die er nur acht Monate nach seiner Ankunft in Deutschland ins Leben rief, soll Müll vermeiden und Nachhaltigkeit fördern. Eine neue Gesetzgebung, die im Juli in Kraft tritt, wird seine Arbeit künftig noch erleichtern.

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Hasan floh 2018 aus Syrien, wo er in Damaskus als Elektroniker und Lehrer gearbeitet hatte. Der Krieg hatte weite Teile des Landes ohne grundlegende Versorgung zurückgelassen. Mittlerweile besitzt er die deutsche Staatsbürgerschaft und hat keine Pläne, zurückzukehren. In Bremen bemerkte er den Bedarf an bezahlbaren Reparaturen in Neue-Vahr-Nord, wo das durchschnittliche Einkommen 2020 bei nur 24.400 Euro lag – deutlich unter dem Bremer Durchschnitt von 40.100 Euro.

Sein Repair-Café eröffnete er hinter der Heilig-Geist-Kirche. Jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr bietet er an der August-Bebel-Allee 276 kostenlose Reparaturen an. Der Raum bleibt auch unter der Woche nach seiner Vollzeitstelle in einem Industriebetrieb geöffnet. Neben den Reparaturen hilft Hasan den Besuchern, Ersatzteile zu finden, und motiviert sie zu einem nachhaltigeren Lebensstil.

Im Dezember 2024 trat er der SPD bei, deren soziale und ökologische Werte er teilt. Das kommende „Recht auf Reparatur“, das im Juli in Kraft tritt, wird Hersteller verpflichten, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter reparierbar sind. Für Hasan bedeutet diese Änderung weniger Hindernisse bei seinem Einsatz, Geräte vor der Mülldeponie zu bewahren.

Die neue Gesetzgebung wird Hasans Bemühungen unterstützen, die Lebensdauer von Elektronik und Haushaltsgeräten zu verlängern. Sein Café bleibt eine wichtige Anlaufstelle für die Nachbarschaft – es bietet nicht nur praktische Hilfe, sondern dient auch als Vorbild für weniger Abfall. Mit deutscher Staatsbürgerschaft und einem wachsenden Netzwerk konzentriert er sich weiterhin auf Nachhaltigkeit in seiner neuen Heimat.

Quelle