02 April 2026, 08:21

Wie Kiel und Hans Albers Michael Kriegs maritime Leidenschaft prägten

Ein Vintage-Buchumschlag mit einem Schiff, das auf dem Wasser segelt und dessen Segel im Wind flattern, begleitet von klassischem Text in gedämpften Farben.

Wie Kiel und Hans Albers Michael Kriegs maritime Leidenschaft prägten

Michael Kriegs Kindheit war geprägt vom Meer, von Schiffen und Liedern. Aufgewachsen in der Nähe der Howaldtswerke-Werft in Kiel, beobachtete er, wie Schiffe in den Förde hinabglitten, während Kriegsschiffe den Horizont säumten. Zu Hause begleiteten die Stimmen von Hans Albers, Freddy Quinn und Lale Andersen Familienausflüge mit Seemannsliedern und maritimen Geschichten.

Krieg verbrachte seine ersten dreizehn Jahre in Kiel, wo die Werften ein tägliches Schauspiel boten. Der Anblick gewaltiger Schiffsrümpfe, die zu Wasser gelassen wurden, und der vor Anker liegenden Kriegsschiffe hinterließ bleibende Eindrücke. Seine Faszination für das Meer beschränkte sich nicht auf die Docks – sie durchzog auch die Musik.

In der Kirche sang er im Chor neben einem bassstarken Sänger, der auch beim Lotsen-Gesangverein, einer örtlichen maritimen Gesangsgruppe, mitwirkte. Doch der größte Einfluss kam von Schallplatten und Filmen. Hans Albers, der "blonde Hans", wurde zu einer besonderen Obsession. Seine Rolle als Hannes Kröger in Große Freiheit Nr. 7 (1944) faszinierte Krieg zutiefst. Der Film erzählt von Kröger, einem desillusionierten Seemann, der zwischen seiner Liebe zu einer Frau mit dem Spitznamen "La Paloma" und seiner Sehnsucht nach dem weiten Meer hin- und hergerissen ist. Am Ende verlässt er St. Pauli, um auf der Padua in See zu stechen – dem letzten großen Hamburger Windjammer.

Die Padua selbst war kein gewöhnliches Schiff. 1924 bei Blohm & Voss gebaut, war sie ein stahlbeplankter Viermastbark, konstruiert für den harten Salpeterhandel zwischen Europa und Chile. In Auftrag gegeben von der Reederei F. Laeisz, einem führenden Betreiber der legendären "Flying P-Liner", sollte sie beweisen, dass Segelschiffe noch immer mit Dampfschiffen konkurrieren konnten. Heute fährt sie als russisches Schulschiff Krusenstern – der einzige verbliebene Viermastbark dieser berühmten Flotte.

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Für Krieg verkörperten die Padua und Albers' Figur eine Welt, in der Abenteuer und Musik untrennbar verbunden waren. Das Schiff, das Kröger in die Freiheit trug, segelt noch immer – wenn auch unter anderem Namen und anderer Flagge. Und die Lieder, die Krieg als Kind hörte – vorgetragen von Albers, Quinn und Andersen –, sind bis heute mit der maritimen Kultur verknüpft, die seine frühen Jahre prägte.

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