31 May 2026, 20:18

Wirtschaftselite streitet über cordon sanitaire gegen die AfD

Wirtschaft streitet über AfD-Bearbeitung

Wirtschaftselite streitet über cordon sanitaire gegen die AfD

In der deutschen Wirtschaftswelt entbrennt eine hitzige Debatte darüber, ob der cordon sanitaire gegenüber der rechtsextremen AfD aufrechterhalten werden soll. Die langjährige Praxis, die Partei von politischen und wirtschaftlichen Diskussionen auszuschließen, steht zunehmend in der Kritik einiger Unternehmer. Andere hingegen betonen, dass eine Zusammenarbeit mit extremistischen Gruppen die soziale Marktwirtschaft gefährden könnte.

Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob die AfD weiterhin isoliert bleiben sollte. Caspar Brockhaus, Chef der Brockhaus Group, wirft dem cordon sanitaire vor, politischen und wirtschaftlichen Fortschritt zu blockieren. Er argumentiert, dass – falls die aktuelle Koalition es nicht schaffe, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken – neue demokratische Bündnisse in Betracht gezogen werden müssten.

Rainer Dulger, Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), vertritt die gegenteilige Position. Er lehnt jede Zusammenarbeit mit extremistischen Parteien strikt ab und warnt vor den möglichen Folgen für die demokratischen Werte. Große Wirtschaftsverbände, darunter die BDA, halten weiterhin Abstand zur AfD.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, teilt Dulgers Bedenken. Er betont, dass ein Dialog mit extremistischen Kräften die Marktwirtschaft destabilisieren könnte. Dirk Jandura, Präsident des Bundesgroßhandel-, Außenhandel-, Dienstleistungs-Verbands (BGA), setzt hingegen eine Bedingung: Die AfD müsse sich zunächst klar von Extremismus distanzieren, bevor über Gespräche nachgedacht werden könne.

Kritik am cordon sanitaire kommt auch von kleineren Unternehmerpersönlichkeiten. Sarna Rößer, eine Unternehmerin, bezeichnet die Ausgrenzung als arroganten Akt der etablierten Parteien. Wolfgang Grupp, Geschäftsführer von Trigema, unterstützt zwar eine liberale Migrationspolitik, hinterfragt aber die Logik, eine demokratisch gewählte Partei von der Diskussion auszuschließen.

Die Debatte offenbart tiefe Gräben in der deutschen Wirtschaftselite. Während einige Führungskräfte für einen Dialog plädieren und argumentieren, dass Ausgrenzung Fortschritt verhindere, bestehen andere darauf, den cordon sanitaire beizubehalten, um demokratische Stabilität und wirtschaftliche Sicherheit zu wahren. Wie der Streit ausgeht, könnte die künftige politische und wirtschaftliche Auseinandersetzung mit der AfD prägen.

Quelle