31 March 2026, 16:26

Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflation Reduction Act" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: oben die Auswirkungen des Gesetzes und unten visuelle Darstellungen in Blau und Grün.

Wirtschaftsexperte Truger warnt vor Preisschock durch Golfkonflikt und fordert radikale Maßnahmen

Deutschlands führender Wirtschaftsexperte Achim Truger warnt vor einem drohenden Preisschock durch den Golfkonflikt. In einem aktuellen Beitrag für das Magazin Surplus fordert er dringende makroökonomische Maßnahmen, um eine Verschärfung der Krise zu verhindern.

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Seine Vorschläge umfassen die Aussetzung der Schuldenregeln, die Einführung von Preisobergrenzen sowie gezielte Finanzhilfen, um Haushalte und Unternehmen vor explodierenden Kosten zu schützen. Truger plädiert dafür, die Notfallklausel der Schuldenbremse zu aktivieren, um kurzfristige, zielgerichtete Unterstützungsprogramme zu finanzieren. Ein zentraler Baustein ist ein temporärer Inflationsausgleichsbonus, der steuer- und sozialabgabenfrei ausgezahlt werden soll. Damit würde die Kaufkraft der Bürger direkt gestärkt, ohne die öffentlichen Finanzen langfristig zu belasten.

Um die Energiekosten im Zaum zu halten, schlägt er die Wiedereinführung gut konzipierter Preisbremsen für Gas, Öl und Strom vor. Diese sollen übermäßige Preissprünge begrenzen, ohne die Marktsignale vollständig außer Kraft zu setzen. Zudem betont Truger die Notwendigkeit eines abgestimmten Vorgehens von Regierung und Sozialpartnern, um eine mögliche Lohn-Preis-Spirale frühzeitig zu durchbrechen.

Sein Plan geht über Deutschland hinaus: Er wirbt für EU-weite Unterstützungsmechanismen, um Mitgliedstaaten mit schwächeren Haushalten durch die Krise zu helfen. Ohne solche Maßnahmen, warnt er, könnte der Schock die Weltwirtschaft in eine erneute Rezession stürzen. Eine entschlossene, gemeinsame Reaktion könnte sogar den Druck auf die Europäische Zentralbank verringern, die Zinsen drastisch anzuheben.

Frühere EU-Kriseninstrumente wie der 750-Milliarden-Euro-Fonds NextGenerationEU haben gezeigt, wie groß angelegte Finanzhilfen Volkswirtschaften stabilisieren können. Zwischen 2021 und 2027 flossen über dieses Programm Milliarden in grüne und digitale Projekte – allein Deutschland erhielt 30,3 Milliarden Euro an Zuschüssen. Weitere Mittel wie der 95,5 Milliarden Euro schwere Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums halfen zudem, die Pandemiefolgen abzufedern. Trugers Vorschläge knüpfen an diese Erfahrungen an, passen die Strategie aber an die aktuelle, energiegetriebene Inflationsgefahr an.

Im Kern zielen seine Empfehlungen auf schnelle, entschlossene fiskalpolitische Schritte ab, um die Auswirkungen steigender Preise abzumildern. Durch die Kombination aus flexiblen Schuldenregeln, direkter finanzieller Entlastung und europäischer Solidarität soll verhindert werden, dass ein kurzfristiger Schock zu einer langanhaltenden Wirtschaftskrise eskaliert. Der Erfolg früherer Programme wie NextGenerationEU belegt, dass solche Maßnahmen wirken – vorausgesetzt, sie werden zügig und zielgerichtet umgesetzt.

Quelle