Zellulose-Mulchfolien könnten Plastikmüll in der Landwirtschaft beenden
Hagen SieringZellulose-Mulchfolien könnten Plastikmüll in der Landwirtschaft beenden
Ein neuer Typ Mulchfolie aus Zellulose könnte die Landwirtschaft revolutionieren, indem er Mikroplastikmüll reduziert und die Wassernutzung optimiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kunststofffolien zersetzen sich diese biologisch abbaubaren Alternativen nach der Ernte auf natürliche Weise im Boden. Die Forscher hinter dem Cellagri-Projekt behaupten, dass das Design zudem Wasser gezielt zu den Pflanzenwurzeln leitet.
Die meisten heute verwendeten Mulchfolien bestehen aus nicht abbaubaren Kunststoffen wie Polyethylen. Mit der Zeit zerfallen diese in Mikroplastik, das den Boden verschmutzt. Das Cellagri-Projekt setzt stattdessen auf Folien aus Zellulose, die sich nach der Ernte vollständig zersetzen.
Die Folien verfügen über eine spezielle Oberflächenstruktur, die Wasser passiv in Richtung der Pflanzen lenkt. Dadurch könnte die Bewässerung effizienter werden, während gleichzeitig Plastikverunreinigungen vermieden werden. Das Projekt folgt einem "Safe and Sustainable by Design"-Ansatz und prüft sowohl die Leistung als auch die Umweltauswirkungen.
Mehrere Unternehmen arbeiten bereits an ähnlichen Lösungen. Firmen wie Agripolyane, BASF und BioBag International haben biologisch abbaubare Alternativen entwickelt. Andere, darunter Agriplast und Plastika Kritis, erforschen kompostierbare Optionen. Das Unternehmen DMD ECO WORLD wirbt damit, dass seine Folien zu 100 Prozent kompostierbar sind.
Über die Landwirtschaft hinaus könnten dieselben Materialien später auch in der Lebensmittelverpackung eingesetzt werden. Sollte sich die Technologie im großen Maßstab bewähren, ließe sich so der Kunststoffabfall in mehreren Branchen verringern.
Zellulose-Mulchfolien bieten eine Möglichkeit, Mikroplastik in der Landwirtschaft zu reduzieren und gleichzeitig Wasser zu sparen. Wenn immer mehr Unternehmen auf biologisch abbaubare Designs setzen, könnte sich die Technologie auch auf andere Sektoren ausweiten. Derzeit liegt der Fokus jedoch darauf, ihre Haltbarkeit und Effizienz unter realen landwirtschaftlichen Bedingungen zu beweisen.
Cellulose Mulch Films: Neues EU-Projekt startet mit Feldversuchen und Fördermitteln
Das Cellagri-Projekt hat offiziell seine vierjährige EU-geförderte Forschungsphase begonnen, um cellulosebasierte Mulchfolien zu entwickeln. Wichtige Entwicklungen sind:
- Das Projekt, unterstützt durch eine Fördernummer 101223132, umfasst neun Partner in sieben Ländern.
- Feldversuche werden Filme auf Kulturen wie Zucchini und Tomaten testen, wobei Ergebnisse bis 2029 erwartet werden.
- Über 80.000 Tonnen Kunststoffmulchfolien werden jährlich in Europa verwendet, wobei 30% als Mikroplastik in der Erde zurückbleiben.






