1&1-Chef Dommermuth wehrt sich gegen Verkaufsgerüchte und kämpft um Netzausbau
Margot Rudolph1&1 CEO Dommermuth Rules Out Sale to Telefónica - 1&1-Chef Dommermuth wehrt sich gegen Verkaufsgerüchte und kämpft um Netzausbau
Ralph Dommermuth, Chef des Telekommunikationsunternehmens 1&1, hat Vorwürfe zurückgewiesen, das Unternehmen plane den Verkauf des vierten deutschen Mobilfunknetzes. Stattdessen konzentriert er sich darauf, die Netzabdeckung auszubauen und eine jüngste regulatorische Entscheidung anzufechten. Der Streit dreht sich um die Vergabe von Frequenzen im niedrigen Frequenzbereich, die Dommermuth zufolge etablierte Anbieter wie die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica O2 unrechtmäßig begünstigen.
1&1 startete sein Mobilfunknetz im Oktober 2021 mit dem Ziel, die Vorherrschaft der drei großen deutschen Anbieter zu brechen. Doch bis März 2026 stieg der Marktanteil des Unternehmens nur leicht – von unter 1 Prozent bei der Markteinführung auf etwa 3 bis 4 Prozent. Dieser zögerliche Fortschritt ist auf Verzögerungen beim Netzausbau, regulatorische Hürden und eine schwächere Kundengewinnung in den vergangenen zwei Jahren zurückzuführen.
Gegen Ende 2025 erreichte das Unternehmen jedoch einen wichtigen Meilenstein: Es versorgte 27 Prozent der deutschen Haushalte mit seinem Netz und übertraf damit das von der Bundesnetzagentur gesetzte Ziel von 25 Prozent. Bis Ende 2026 erwartet 1&1 eine Abdeckung von 35 Prozent. Trotz dieser Fortschritte liegt das Unternehmen weiterhin deutlich hinter der Deutschen Telekom (32 bis 35 Prozent Marktanteil), Vodafone (28 bis 30 Prozent) und Telefónica O2 (25 bis 27 Prozent).
Dommermuth kritisiert die Entscheidung der Bundesnetzagentur, die niedrigen Frequenzbänder ausschließlich an die etablierten Anbieter zu vergeben, als rechtswidrig. Er zeigt sich jedoch offen für praktische Lösungen, etwa die gemeinsame Nutzung von Mobilfunkmasten in ländlichen Gebieten, um den Ausbau zu beschleunigen. Die Markteinführung von 1&1 hat bereits zu sinkenden Verbraucherpreisen geführt und den Wettbewerb im Sektor belebt.
1&1 setzt sich weiterhin für eine gerechtere Frequenzvergabe ein und treibt gleichzeitig den Netzausbau voran. Zwar wächst die Abdeckung des Unternehmens, doch im Vergleich zu den drei großen Anbietern in Deutschland bleibt es ein kleiner Player. Dommermuth betont indes, dass ein Verkauf des Netzes nicht zur Debatte stehe. Stattdessen konzentriere man sich auf die langfristige Entwicklung und die rechtliche Auseinandersetzung mit den aktuellen Regulierungsentscheidungen.






