100 Jahre alter Handlauf löst teure Sicherheitsmaßnahme in Frankfurter Schule aus
Hans D. Finke100 Jahre alter Handlauf löst teure Sicherheitsmaßnahme in Frankfurter Schule aus
Ein hundert Jahre alter Handlauf in einer Frankfurter Grundschule hat eine ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahme ausgelöst. Seit Montag sind zwölf Sicherheitskräfte im Treppenhaus stationiert, weil das Geländer sieben Zentimeter unter der vorgeschriebenen Höhe liegt. Die vorübergehende Lösung kostet die Stadt etwa 13.700 Euro pro Woche.
Das Problem ergab sich aus einer Routineinspektion, bei der festgestellt wurde, dass der Handlauf nur 103 statt der geforderten 110 Zentimeter misst. Die Regelung, die in den Muster-Richtlinien für Schulbauten von 2009 eingeführt wurde, gilt für alle Schulen. Trotz der unveränderten Konstruktion über ein Jahrhundert hinweg wurden niemals Unfälle gemeldet.
Die kommissarische Schulleiterin Solmaz Heidlindemann zeigte sich überrascht über die Entscheidung, Wachen einzusetzen. Sie schlug eine einfache Nachrüstung des Geländers vor und hinterfragte, ob eine dauerhafte Bewachung wirklich notwendig sei. Die Sicherheitskräfte bleiben auch während der Osterferien vor Ort, allerdings sinken die Kosten aufgrund der geringeren Schülerzahl.
Ein für Montag anberaumtes Treffen soll über das weitere Vorgehen entscheiden. Die Stadt bestätigte, dass sie alle gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsstandards einhalten müsse – einschließlich der Handlaufhöhe. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, bleiben die Wachen im Einsatz. Die wöchentlichen Kosten von 13.700 Euro verdeutlichen die finanziellen Folgen einer strikten Einhaltung der Sicherheitsvorgaben. Eine endgültige Entscheidung über die Anpassung oder den Austausch des Geländers wird nach dem anstehenden Vor-Ort-Termin erwartet.






