150 Kilometer: Mini-Apotheke sichert Mega-Netzwerk
Leipziger Arnika-Apotheke findet nach turbulenter Vergangenheit neuen Besitzer
Die Arnika-Apotheke in Leipzig hat nach einer von Skandalen geprägten Geschichte einen neuen Inhaber gefunden: Der renommierte Apotheker Boris Osmann übernimmt den Betrieb, der Mitte 2022 nach dem Entzug der Betriebsgenehmigung geschlossen worden war. Wiederholte Verstöße und rechtliche Probleme hatten dem traditionsreichen Haus schließlich den Garaus gemacht.
Jahre lang stand die Arnika-Apotheke unter scharfer Beobachtung der Behörden, bevor sie 2022 endgültig dichtmachen musste. Zwischen 2005 und 2022 führten Aufsichtsbehörden neun Prüfungen durch, verhängten seit 2014 sieben Bußgelder und erzielten zwei Verurteilungen – eine wegen des Handels mit gefälschten Medikamenten, eine weitere wegen Computerbetrugs. Im Juni 2022 erhielt der damalige Inhaber eine Bewährungsstrafe wegen 57 Fällen von Betrug in Absprache mit einem Arzt. Ein Versuch, die Apotheke an einen anderen Pharmazeuten zu übertragen, scheiterte; die angeschlossenen medizinischen Zentren blieben weiterhin unter der Kontrolle des früheren Besitzers.
Schwerpunkt der Arnika-Apotheke war die Belieferung von Arztpraxen, Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Boris Osmann will diesen Geschäftsbereich nun fortsetzen und gleichzeitig sein eigenes Apotheken-Netzwerk ausbauen. Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, erwarb er die Rosen-Apotheke in Halle als Hauptstandort, während die Filialen in Leipzig und Magdeburg als Zweigstellen weitergeführt werden. Ein anonymer Berater soll die Übernahme vermittelt haben; seine Identität blieb jedoch unbekannt.
Mit dem Wechsel der Führung wird die Arnika-Apotheke unter neuer Leitung wiedereröffnet. Osmanns Expansionsstrategie sieht vor, die bestehenden Lieferketten beizubehalten, gleichzeitig aber strengere Kontrollen einzuführen. Der Neuanfang folgt auf eine lange Phase rechtlicher und finanzieller Turbulenzen des Unternehmens.