30 April 2026, 10:20

Deutschland will Krypto-Steuern verschärfen – 2 Milliarden Euro mehr bis 2027

Tortendiagramm, das die Marktkapitalisierung von Kryptowährungen im Jahr 2016 zeigt, mit Abschnitten für Bitcoin, Ethereum, Litecoin und andere auf einem weißen Hintergrund.

Deutschland will Krypto-Steuern verschärfen – 2 Milliarden Euro mehr bis 2027

Deutschland plant weitreichende Änderungen bei der Besteuerung von Kryptowährungen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil strebt an, durch strengere Regeln und schärfere Kontrollen bis 2027 zusätzliche 2 Milliarden Euro einzunehmen. Die Reformen könnten Schlupflöcher schließen, die derzeit steuerfreie Gewinne aus langfristig gehaltenen digitalen Vermögenswerten ermöglichen.

Aktuell zahlen deutsche Anleger keine Steuern auf Kryptogewinne, wenn sie ihre Assets länger als ein Jahr halten. Verkäufe innerhalb von zwölf Monaten werden als privates Einkommen versteuert, wobei Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Einer der Vorschläge sieht vor, die steuerfreie Haltedauer komplett abzuschaffen – damit wären alle Gewinne unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig.

Eine weitere diskutierte Option ist die Besteuerung von Kryptogewinnen wie bei anderen Wertpapieren: mit einem pauschalen Kapitalertragssteuersatz von 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Noch unklar ist jedoch, ob die neuen Regeln auch für bestehende Anleger gelten oder nur für künftige Käufe.

Der Reformdruck entsteht durch eine EU-Richtlinie, die Krypto-Anbieter verpflichtet, Transaktionsdaten, Vermögenswerte und Nutzeridentitäten zu melden. Dadurch wird es deutlich schwieriger, Gewinne vor den Finanzbehörden zu verbergen. In Österreich führte eine ähnliche Reform 2022 zu einer Besteuerung von 27,5 Prozent – allerdings blieben Anleger, die Kryptowährungen vor der Reform hielten, ausgenommen.

Klingbeils umfassender Plan umfasst zudem strengere Steuerprüfungen und härtere Strafen für Steuerhinterzieher. Bevor Änderungen in Kraft treten, müssen die Vorschläge im Bundestag und Bundesrat debattiert werden; ein formeller Gesetzesentwurf ist erforderlich.

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Die Reformen könnten die Staatseinnahmen deutlich erhöhen, indem sie bisher unangetastete Kryptogewinne erfassen. Bei einer Verabschiedung würden die neuen Regeln den deutschen Ansatz an strengere EU-weite Meldepflichten anpassen. Die genauen Auswirkungen auf bestehende Anleger stehen jedoch noch nicht fest.

Quelle