172 Stellen fallen weg: Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden kämpfen ums Überleben
Elfriede Wieloch172 Stellen fallen weg: Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden kämpfen ums Überleben
An den Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sollen 172 Stellen gestrichen werden – ein drastischer Schritt im Rahmen eines umfassenden Sparprogramms. Die Kürzungen folgen auf jahrelange Verluste bei der Mitteldeutschen Flughafen AG, die beide Standorte betreibt. Bevor betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, erhalten die Beschäftigten zunächst die Möglichkeit, das Unternehmen im Rahmen eines freiwilligen Sozialplans zu verlassen.
Die Stellenstreichungen betreffen alle Unternehmensbereiche. Hintergrund sind anhaltende finanzielle Schwierigkeiten, während der Freistaat Sachsen – größter Anteilseigner des Unternehmens – unter Druck steht, die Betriebssituation zu stabilisieren. Kai Ritter, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU im sächsischen Landtag, äußerte Besorgnis über die Folgen für die Belegschaft und die gesamte Region.
Ritter betonte die zentrale Bedeutung der Flughäfen für den regionalen Handel, den Tourismus und die wirtschaftliche Entwicklung. Er forderte gezielte Hilfen, um den Spagat zwischen wirtschaftlicher Erholung und sozialem Schutz der Beschäftigten zu schaffen. Gleichzeitig appellierte er an die Bundesregierung, die Luftverkehrsabgaben an das Niveau europäischer Wettbewerber anzupassen. Hohe Kosten und verzögerte Investitionen gefährdeten sonst die Zukunft der Standorte, warnte er. Wann die Entlassungen konkret beginnen, steht noch nicht fest. Zunächst erhalten betroffene Mitarbeiter die Chance, über ein freiwilliges Abfindungsprogramm auszuscheiden.
Die Kürzungen sind Teil einer umfassenden Umstrukturierung, mit der die Verluste verringert und der Betrieb der Flughäfen langfristig gesichert werden soll. Die sächsische CDU fordert bundesweite Unterstützung, um die finanzielle Belastung zu mindern und Arbeitsplätze zu erhalten. Ohne Kurskorrekturen drohten weitere Instabilität und Risiken für die regionale Anbindung, heißt es aus Kreisen des Unternehmens.