23 March 2026, 20:32

250 Frauen fordern schärfere Gesetze gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe

Frauen in grünen T-Shirts bei einer Demonstration, die weiße Abdeckungen halten, mit vielen anderen Mädchen im Hintergrund.

250 Frauen fordern schärfere Gesetze gegen männliche Gewalt und digitale Übergriffe

Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung männlicher Gewalt in Deutschland vorgestellt. Zu der Gruppe gehören bekannte Persönlichkeiten wie SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, die grüne Co-Vorsitzende Franziska Brantner und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Ihre Forderungen zielen auf Rechtsreformen, digitalen Schutz und schärfere Strafen für geschlechtsspezifische Straftaten ab.

Der Plan sieht weitreichende Änderungen des deutschen Rechts vor. Eine zentrale Forderung ist die Einführung von "Femizid" als eigenständigen Straftatbestand im Strafgesetzbuch. Zudem setzen sich die Frauen für ein "Ja-heißt-Ja"-Modell im Sexualstrafrecht ein, das eine ausdrückliche Zustimmung vor jeder sexuellen Handlung verlangt.

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Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf digitaler Gewalt. Die Initiative fordert ein Verbot von KI-gestützten "Nacktbild-Apps", die ohne Einwilligung gefälschte Freizügigkeitsaufnahmen erstellen. Zudem verlangen sie ein neues Digital-Schutzgesetz, um schädliche Inhalte schneller zu löschen und Verantwortliche zu identifizieren. Nicht konsensuelle sexualisierte Deepfakes sollen laut Vorschlag unter Strafe gestellt werden.

Die Bundesregierung hat bereits auf einige dieser Forderungen reagiert. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigte zwei neue Strafparagraphen im Strafgesetzbuch an. § 184k soll die Erstellung und Verbreitung nicht konsensualer sexualisierter Deepfakes – auch mit Minderjährigen – unter Strafe stellen. § 184b (in einigen Quellen auch § 201b) ahndet Verstöße gegen Persönlichkeitsrechte durch täuschende KI-Inhalte mit Haftstrafen von bis zu zwei Jahren oder Geldbußen.

Bayern hatte diese Maßnahmen erstmals über den Bundesrat im Juli 2024 und Juli 2025 eingebracht. Nach Verzögerungen unter der Vorgängerregierung warten die Reformen nun auf die Zustimmung des Bundestags. Kritiker, darunter die Grünen, bemängeln das zögerliche Tempo. Sie verweisen auf Fälle wie den von Collien Fernandes und fordern schnellere Schritte bei Plattformpflichten und Inhaltslöschungen.

Das Frauenbündnis hat klare Erwartungen an rechtliche und digitale Reformen formuliert. Bei Umsetzung würden die Änderungen strengere Strafen für geschlechtsspezifische Gewalt und Deepfake-Missbrauch einführen. Die von der Regierung vorgeschlagenen Strafparagraphen stehen nun zur parlamentarischen Debatte – der Druck auf zügige Beschlüsse wächst.

Quelle