27 December 2025, 02:49

Abgeschobene irakische Familie aus Sachsen trennt Sohn von seinen Eltern

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

Flüchtlingsrat kritisiert Abschiebung einer irakischen Familie - Abgeschobene irakische Familie aus Sachsen trennt Sohn von seinen Eltern

Eine irakische Familie aus Gröritz ist trotz jahrelanger Integration in Deutschland nach Bagdad abgeschoben worden. Die Familie Kohn – Vater Moritz, ein Schuhmacher, sowie seine Frau und Kinder – lebte seit 2021 in dem Land. Ihre Abschiebung hat scharfe Kritik vom Sächsischen Flüchtlingsrat ausgelöst, der ihre aktive Rolle in der Gemeinschaft betont.

Moritz Kohn arbeitete als Schuhmacher und engagierte sich ehrenamtlich in einem örtlichen Pflegeheim. Auch seine Frau und Kinder waren stark eingebunden: Die jüngste Tochter besuchte die Schule, der 21-jährige Sohn verfügte über eine gültige Duldung für seine Berufsausbildung. Trotz dieser Bemühungen lehnten die Behörden wiederholt den Antrag des Vaters auf eine Beschäftigungsduldung ab.

Die Abschiebung der Familie stößt auf vehemente Verurteilung. Der Flüchtlingsrat wirft den Behörden vor, ihre wirtschaftlichen und sozialen Leistungen ignoriert zu haben. Die Abschiebung wurde selbst dann vollzogen, als der Sohn – der rechtmäßig wegen seiner Ausbildung bleiben durfte – von seinen Eltern getrennt wurde. Der Rat fordert nun eine grundsätzliche Änderung der Praxis und verlangt, dass Integrationsleistungen und familiäre Bindungen in künftigen Abschiebungsentscheidungen stärker berücksichtigt werden.

Die Familie Kohn wurde nach Bagdad zurückgeschickt, während ihr Sohn in Deutschland zurückblieb. Der Fall verschärft die Forderungen nach einer Überprüfung des Umgangs mit Abschiebungen von Geflüchteten. Die Behörden geraten zunehmend unter Druck, bei künftigen Entscheidungen Integration und familiären Zusammenhalt stärker zu gewichten.