18 February 2026, 00:41

AfD in Sachsen-Anhalt steckt in tiefer Krise – Basis fordert außerordentlichen Parteitag

Ein altes Stadtplan von Karlsruhe, Deutschland, das Gebäude, Bäume, Hügel und einen Fluss zeigt, mit Text unten.

AfD in Sachsen-Anhalt steckt in tiefer Krise – Basis fordert außerordentlichen Parteitag

In der AfD Sachsen-Anhalt wächst der Druck für rasche Reformen angesichts einer eskalierenden internen Krise. Rund 150 Parteianhänger haben einen Antrag unterzeichnet, der bis Ende März 2026 einen außerordentlichen Parteitag der politischen Partei fordert. Auslöser sind Vorwürfe der Vetternwirtschaft und der gegenseitigen Beschäftigung von Familienmitgliedern unter Abgeordneten, darunter auch der Fraktionsvorsitzende Tobias Rausch.

Die Unterzeichner argumentieren, dass nur eine gesamtparteiliche Versammlung Klarheit über Verantwortlichkeiten schaffen und den Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund vor den Landtagswahlen 2026 schützen könne.

Im Mittelpunkt der Krise stehen Berichte, wonach einige AfD-Abgeordnete in Sachsen-Anhalt Angehörige für parlamentarische Positionen eingestellt haben sollen. Dies hat bei der Basis Frust ausgelöst, da die Landesführung aus ihrer Sicht das Problem nicht allein lösen kann. Der Antrag verlangt eine offene Debatte über die Vorwürfe und schlägt neue Regeln für Stellenvergaben innerhalb der Fraktion vor.

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Um den Parteitag auszulösen, benötigt der Antrag die Unterstützung von mindestens vier Kreisverbänden – bloße Unterschriften reichen nicht. Anders als in früheren Konflikten, etwa den Machtkämpfen in Thüringen, hat es bisher noch keine personellen Veränderungen gegeben. Sollte der Vorstoß jedoch erfolgreich sein, könnte dies die Autorität der Führung schwächen und den Mitgliedern mehr Einfluss auf Entscheidungen verschaffen.

Die Unterzeichner fordern zudem die Einrichtung eines Ethikausschusses, der interne Streitfälle klären und die Partei hinter einer klaren Strategie vereinen soll. Ihr Ziel ist es, die AfD zu stabilisieren und das Vertrauen vor den Wahlen 2026 zurückzugewinnen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Landesführung auf die Forderungen eingeht oder mit weiterem internen Widerstand konfrontiert wird.

Der politische Druck auf die Partei wächst, während sie sich auf die anstehende Wahl vorbereitet. Der Ausgang dieses Streits könnte ihren Wahlkampf und ihr öffentliches Image in den nächsten Monaten prägen.

Der Aufruf zu einem außerordentlichen Parteitag spiegelt die tiefen Gräben im Sachsen-Anhaltiner AfD-Landesverband wider. Wird er von vier Kreisverbänden gebilligt, müsste sich die Partei öffentlich mit den Vetternwirtschaftsvorwürfen und internen Regelwerken auseinandersetzen. Nun steht sie vor der Bewährungsprobe, ob es ihr gelingt, die Krise zu bewältigen und vor den Wahlen 2026 wieder an Glaubwürdigkeit zu gewinnen.