26 April 2026, 08:20

Schulze attackiert Merz' Rentenreform: "Ostdeutschland wird ignoriert"

Schwarze und weiße Zeitungsanzeige für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland.

Schulze attackiert Merz' Rentenreform: "Ostdeutschland wird ignoriert"

Sven Schulze, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, hat die Pläne von Bundeskanzler Friedrich Merz zur Rentenreform scharf kritisiert. In einem Interview mit dem Stern betonte er die Notlage älterer Bürger in Ostdeutschland, wo viele ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind. Die Region sieht sich mit besonderen Herausforderungen konfrontiert, da es hier im Vergleich zu anderen Landesteilen weniger finanzielle Absicherung für den Ruhestand gibt.

Sachsen-Anhalt zählt zu den Bundesländern mit der ältesten Bevölkerung: Das Durchschnittsalter liegt bei etwa 48 Jahren – mehr als drei Jahre über dem bundesweiten Schnitt. Angesichts dieser demografischen Realität ist die Rentensicherheit hier besonders dringend. Schulze machte deutlich, dass für viele Menschen im Osten die gesetzliche Rente oft die einzige Garantie für ein würdevolles Leben im Alter darstellt.

Anders als in westdeutschen Bundesländern erhalten in Ostdeutschland deutlich weniger Menschen betriebliche Altersvorsorge. Viele verfügen zudem weder über Ersparnisse noch über Wohneigentum, um finanzielle Engpässe im Alter abzufedern. Schulze wies darauf hin, dass sich die meisten Bürger private Zusatzrenten schlicht nicht leisten könnten – was sie besonders verletzlich macht.

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Er forderte die Rentenkommission auf, diese regionalen Unterschiede in vollem Umfang zu berücksichtigen. Ohne entsprechende Anpassungen drohten die Reformen die Ungleichheit zwischen Ost und West weiter zu vertiefen, warnte Schulze. Er stellte die Frage nicht nur als individuelles, sondern als gesamtgesellschaftliches Problem dar, das den Zusammenhalt des Landes berühre.

Die Debatte entzündet sich vor dem Hintergrund der alternden Bevölkerung und der wirtschaftlichen Ungleichgewichte in Sachsen-Anhalt, die das Rentensystem zusätzlich belasten. Schulzens Forderungen spiegeln die Sorge wider, dass die aktuellen Vorschläge die Bedürfnisse der ostdeutschen Bundesländer übersehen könnten. Wie diese Herausforderungen in der künftigen Politik angegangen werden, hängt maßgeblich von den Ergebnissen der Rentenkommission ab.

Quelle