AfD-Politiker Gottschalk fordert radikale Reformen bei Rente, Landwirtschaft und Energie
Elfriede WielochAfD-Politiker Gottschalk fordert radikale Reformen bei Rente, Landwirtschaft und Energie
AfD-Politiker Stephan Gottschalk hat weitreichende Änderungen in der Parteipolitik zu Renten, Landwirtschaft und Energie gefordert. In jüngsten Stellungnahmen kritisierte er Teile des aktuellen Programms und schlug gleichzeitig neue wirtschaftliche Maßnahmen vor. Dazu gehören Reformen der gesetzlichen Rente, ein Abschied von EU-Agrarsubventionen sowie eine stärkere Orientierung an privaten Investitionen.
Gottschalk bemängelte, dass die Steuerreformen der Großen Koalition nicht weit genug gingen. Gleichzeitig lobte er einige ihrer Entscheidungen, etwa die Senkung der Unternehmenssteuern, die Absenkung der Energieabgaben und die Erhöhung der Pendlerpauschale.
Bei der Rente schlug er zwei zentrale Änderungen vor: Zum einen regte er an, einen Teil des Kindergeldes in einen staatlichen Fonds einzuzahlen, der am Kapitalmarkt angelegt wird. Dadurch entstünde ein kapitalgedecktes Rentensystem, das nicht allein auf das Umlageverfahren setzt. Zum anderen plädierte er dafür, Einnahmen aus der Pkw-Maut zur Finanzierung der Renten zu nutzen. Seine Vision rückt die AfD damit näher an eine stärkere private Vorsorge und kapitalgedeckte Modelle heran.
Zudem forderte er ein Ende der EU-Agrarsubventionen mit der Begründung, „Landwirte brauchen keine Subventionen“. Dies stellt einen Bruch mit der bisherigen AfD-Linie zur Unterstützung der Landwirtschaft dar.
Über die Fachpolitik hinaus berichtete Gottschalk von seinem persönlichen Ansatz für ein nachhaltiges Leben: Er nutzt seit einem Jahr eine Wärmepumpe, seit vier Jahren eine Photovoltaikanlage und einen Heimspeicher. Zudem fährt er ein Elektroauto eines deutschen Herstellers. Wärmepumpen bezeichnete er als die günstigste Heizoption und wies die Annahme zurück, sie erforderten zwingend eine Fußbodenheizung.
Zum Renteneintrittsalter betonte er, dass nicht alle Arbeitnehmer bis über 65 hinaus arbeiten könnten. Handwerker nannte er als Beispiel und sprach sich für flexiblere Regelungen bei körperlich anspruchsvollen Berufen aus.
Gottschalk räumte zudem ein, dass die Mehrheit der AfD-Mitglieder einen „Dexit“ – den Austritt Deutschlands aus der EU – nicht mehr unterstütze. Teile des Parteiprogramms müssten daher überarbeitet werden, um diese Haltung widerzuspiegeln.
Gottschalks Vorschläge deuten auf einen möglichen Kurswechsel der AfD hin, mit Fokus auf private Altersvorsorge, reduzierte Agrarsubventionen und nachhaltige Energien. Seine Ideen zu Maut-Einnahmen und Kapitalfonds für Kindergeld zielen auf eine langfristige Rentensicherung ab. Nun muss die Partei entscheiden, ob sie diese Änderungen in ihr nächstes Programm aufnimmt.






