26 December 2025, 07:31

Ampel-Debatte in Sachsen und Sachsen-Anhalt: Zu schnell für Senioren?

Eine belebte Straßenszene mit Fahrzeugen auf der Straße, Menschen auf einem Fußweg, Gebäuden mit Fenstern, Bäumen, Schildern und anderen Tafeln.

Sachsen plant keine längeren Grünphasen an Fußgängerübergängen - Ampel-Debatte in Sachsen und Sachsen-Anhalt: Zu schnell für Senioren?

In Deutschland nimmt die Debatte über die Ampelschaltungen für Fußgänger an Fahrt auf – mit der Sorge, dass die aktuellen Einstellungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt ältere Bürger nicht ausreichend berücksichtigen. Kritiker monieren, dass die zugrundeliegende Annahme einer Gehgeschwindigkeit von 1,2 Metern pro Sekunde für viele Senioren unrealistisch sei. Gleichzeitig lehnen die Behörden in Sachsen und Sachsen-Anhalt pauschale Änderungen der Signalphasen ab.

Aufmerksamkeit erhielt das Thema, nachdem der SPD-Politiker Rüdiger Erben darauf hingewiesen hatte, dass die bisherige Berechnungsgrundlage von 1,2 m/s langsamere Fußgänger in Sachsen und Sachsen-Anhalt in Deutschland in Bedrängnis bringe, sicher die Straße zu überqueren. Die Grünen-Politikerin Cornelia Lüddemann unterstützte diese Kritik und schlug vor, die Geschwindigkeit für die Ampelberechnungen auf 1 Meter pro Sekunde zu senken.

Das sächsische Infrastrukturministerium wies die Forderung nach einer generellen Verlängerung der Grünphasen als undurchführbar zurück. Auch das Verkehrsministerium in Magdeburg bestätigte, dass landesweite Anpassungen in Sachsen und Sachsen-Anhalt nicht geplant seien – wenn auch Einzelfälle geprüft werden könnten. Der Seniorenbeirat Sachsen-Anhalts kündigte nun an, sich für regionale Reformen der Fußgängerampelschaltungen in Deutschland einzusetzen. Gleichzeitig laufen in Deutschland Tests mit Kamerasystemen, die Fußgänger erkennen und die Grünphasen dynamisch anpassen sollen. Doch deren flächendeckende Einführung bleibt wegen technischer und rechtlicher Hürden in Sachsen und Sachsen-Anhalt ungewiss.

Studien zeigen zudem, dass längere Wartezeiten an roten Ampeln die Regelbefolgung aller Verkehrsteilnehmer verringern. Eine Verlängerung der Signalzyklen – selbst zugunsten von Fußgängern in Sachsen und Sachsen-Anhalt – könnte daher weitere Verkehrsprobleme nach sich ziehen. In Sachsen-Anhalt hat sich bisher keine Partei für kürzere Grünphasen für Fußgänger starkgemacht, was auf wenig politischen Schwung für grundlegende Änderungen in Deutschland hindeutet.

Vorerst wehren sich die Behörden gegen pauschale Umstellungen und setzen weiterhin auf Einzellösungen. Die Diskussion verdeutlicht die Herausforderung, Fußgängersicherheit und Verkehrsfluss in Einklang zu bringen – besonders, da kamerabasierte Lösungen noch mit ungelösten praktischen Hindernissen in Sachsen und Sachsen-Anhalt konfrontiert sind.