Anke Engelkes teures Bahn-Experiment scheitert an der Realität
Die Komikerin und Schauspielerin Anke Engelke arbeitete im Jahr 2025 über sechs Monate lang mit der Deutschen Bahn zusammen. Dabei übernahm sie Rollen als Zugbegleiterin, Logistikmitarbeiterin und Hauptdarstellerin der Webserie Boah, Bahn!. Das Projekt stand jedoch wegen seiner hohen Kosten und des fehlenden Einflusses auf die Arbeitsbedingungen oder die öffentliche Meinung stark in der Kritik.
Engelke ist dafür bekannt, verschiedene Berufe auszuprobieren, um neue Erfahrungen zu sammeln. Zuvor hatte sie bereits bei der Ernte in einem Bio-Kosmetikunternehmen mitgeholfen. Während ihrer Zeit bei der Deutschen Bahn durchlief sie auch Schulungen, um schwierige Situationen im Dienst zu meistern.
Die Webserie Boah, Bahn! startete im Oktober 2025 und zeigte Engelke in der Rolle der fiktiven Zugmanagerin Tina. In zehn Folgen sollte das Format mit Humor und Selbstironie den Arbeitsalltag der Bahnmitarbeitenden darstellen. Trotz des Unterhaltungswerts kostete das Projekt über sieben Millionen Euro – eine Summe, die für Empörung sorgte.
Die Kritik verschärfte sich nach dem Tod eines Zugbegleiters Ende 2025, woraufhin die Deutsche Bahn weitere Staffeln für 2026 absagte. Das Unternehmen begründete dies damit, dass das Projekt nicht mehr "in die Zeit passe". Gewerkschaften wie die EVG und Politiker, darunter der SPD-Abgeordnete Sebastian Fiedler, monierten, das Geld hätte sinnvoller eingesetzt werden können. Vorschläge umfassten die Sanierung von Pausenräumen, die Anschaffung von Bodycams oder die Einstellung von 100 zusätzlichen Sicherheitskräften, um die zunehmenden Angriffe auf das Personal zu bekämpfen.
Engelke selbst äußerte sich positiv über ihre Zeit bei der Bahn. Sie betonte, dass Fahrgäste ihr oft freundlich begegnet seien – möglicherweise wegen ihrer Bekanntheit. Aus Sicherheitsgründen trug sie auch nach Projektende weiterhin eine Maske, wenn sie privat unterwegs war.
Die Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bahn und Engelke endete, ohne dass sich die Arbeitsbedingungen oder das Vertrauen der Öffentlichkeit verbessert hätten. Die sieben Millionen Euro wurden zum Symbol für die Debatte über Sicherheit im Schienenverkehr und die Priorisierung von Investitionen. Engelkes Erfahrung fügte sich der Reihe ihrer Berufsexperimente außerhalb der Unterhaltungsbranche hinzu.






