04 March 2026, 20:59

Apotheken werden seltener – wer muss jetzt länger laufen oder fahren?

Ein Plakat mit der Aufschrift "Fertigmachen: Gesundheit sollte ein Recht sein, nicht ein Privileg" und einer Karte mit der Aufschrift "Sicherstellen niedrigere Gesundheitskosten und schließen die Versorgungslücke für amerikanische Familien."

Apotheken werden seltener – wer muss jetzt länger laufen oder fahren?

Der Zugang zu Apotheken in Deutschland hat sich in den vergangenen fünf Jahren leicht verschlechtert, wie eine neue Studie zeigt. Zwar können die meisten Menschen eine Apotheke weiterhin schnell mit dem Auto erreichen, doch zu Fuß ist dies für weniger Menschen möglich. Die Ergebnisse haben eine Debatte über Reformen ausgelöst, um eine gerechte Verteilung der Apothekenversorgung bundesweit zu gewährleisten.

Eine Studie des Iges-Instituts aus dem Jahr 2025 belegt, dass 99,9 Prozent der Deutschen eine Apotheke mit dem Auto innerhalb von 15 Minuten erreichen können. Diese Zahl stellt einen leichten Rückgang seit 2020 dar. Allerdings sank der Anteil der Menschen, die eine Apotheke innerhalb von fünf Minuten zu Fuß erreichen können, um 0,7 Prozentpunkte auf nunmehr nur noch 5,3 Prozent.

Etwa eine halbe Million Menschen haben keine Apotheke mehr in fünf Gehminuten Entfernung, während 1,7 Millionen keine innerhalb von 15 Minuten zu Fuß erreichen können. Mit dem Auto müssen rund 73.000 Menschen – 0,1 Prozent der Bevölkerung – mindestens 15 Minuten fahren, 10.000 mehr als noch 2020. Dennoch liegt fast zwei Drittel der Arztpraxen noch immer in maximal zehn Gehminuten Entfernung zu einer Apotheke, und über 90 Prozent sind mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichbar.

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Der Rückgang der Apotheken vor Ort hat Forderungen nach Reformen laut werden lassen. Ein geplanter Regierungsentwurf für 2026 zielt darauf ab, ländliche und unterversorgte Regionen zu stärken, indem die Eröffnung von Filialen erleichtert wird. Die Reform sieht zudem eine Anpassung der Vergütungssätze vor: Großapotheken mit hohem Umsatz sollen geringere Festbeträge erhalten, während kleinere Apotheken höhere Zahlungen bekommen. Das Ziel ist eine gerechtere Umverteilung der bestehenden Mittel – ohne die Gesamtausgaben zu erhöhen.

Die gesetzlichen Krankenkassen, darunter Barmer und der GKV-Spitzenverband, argumentieren, dass Apotheken-Schließungen vor allem auf Marktkonkurrenz zurückzuführen seien und nicht gezielt ländliche Gebiete beträfen. Fachgutachten beider Organisationen stützen die Aussage, dass die Arzneimittelversorgung weitgehend unberührt bleibe.

Die Studie verdeutlicht eine schrittweise Veränderung der Apotheken-Erreichbarkeit, mit leichten, aber messbaren Rückgängen bei der fußläufigen Erreichbarkeit. Die geplanten Reformen konzentrieren sich darauf, die Unterstützung für wirtschaftlich schwächere Apotheken neu auszubalancieren, ohne das Gesamtbudget aufzustocken. Sollte der Entwurf 2026 verabschiedet werden, soll er die flächendeckende Versorgung – insbesondere in dünn besiedelten Regionen – sichern.