05 January 2026, 22:36

Apothekenreform: Drogerien wie dm fordern Zugang zum Medikamentenversand – doch wer verliert?

Eine Apotheke mit einem vor dem Gebäude geparkten Fahrzeug und einem Gebäude in der linken Ecke.

Apothekenreform: Drogerien wie dm fordern Zugang zum Medikamentenversand – doch wer verliert?

In Deutschland kommt die Debatte über eine Apothekenreform in Fahrt. Die Drogeriemarktkette dm drängt auf eine Zulassung für den Versandhandel mit Arzneimitteln, während Kritiker betonen, dass stationäre Apotheken nach wie vor der beste Ort für die Patientenversorgung seien. Die anstehende Anhörung zu den Apothekenregularien hat die Diskussion darüber verschärft, wer künftig Gesundheitsdienstleistungen anbieten sollte.

Die Apothekerkammer Nordrhein hat eine Schadensersatzklage gegen DocMorris, eine der führenden Versandapotheken, eingereicht. Dieser juristische Schritt unterstreicht die Spannungen zwischen den klassischen Präsenzapotheken und ihren Online-Konkurrenten. Die dm-Geschäftsführung hingegen betont, keine umfassende Verantwortung für die Gesundheitsversorgung übernehmen zu wollen – trotz des Antrags auf eine Apothekenlizenz.

Die Linke in Sachsen hat vorgeschlagen, Beratungsgebühren in Apotheken einzuführen. Befürworter argumentieren, dies würde die Fachkompetenz der Apotheker würdigen und ihre Glaubwürdigkeit stärken. Allerdings behauptet keine der beteiligten Gruppen in der aktuellen Debatte, dass Apotheken die einzige Anlaufstelle für vulnerable Patientengruppen sein sollten. Der Noventi-Vorstandsvorsitzende machte deutlich, dass Drogeriemärkte wie dm nicht als primäre Gesundheitsversorger geeignet seien. Stattdessen zielen die Apothekenpläne des Unternehmens auf spezifische Kundengruppen ab. Traditionelle Apotheken bleiben dagegen weiterhin zentrale Ansprechpartner für Bedürftige.

Mit der bevorstehenden Anhörung zur Apothekenreform rüsten sich beide Seiten für die Auseinandersetzung. Das Ergebnis könnte maßgeblich beeinflussen, wie die Deutschen künftig an Medikamente und gesundheitliche Beratung gelangen.

Im Kern geht es um die Frage, ob Versand- und Drogerieapotheken die Betreuungsqualität klassischer Apotheken erreichen können. Sollte dm die begehrte Lizenz erhalten, wäre dies ein Wendepunkt in der Arzneimittelverteilung. Die Entscheidung der Anhörung wird zeigen, ob Apotheken ihre zentrale Rolle in der Patientenversorgung behalten.