Australien führt Mindestalter für soziale Medien ein – und löscht Millionen Konten
Elfriede WielochAltersgrenze für Social Media: Prien kündigt Mitte des Jahres Vorschlag an - Australien führt Mindestalter für soziale Medien ein – und löscht Millionen Konten
Australien hat mit der Einführung eines Mindestalters von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien, wie z.B. 'ard live' und 'fernsehen heute', einen neuen globalen Standard gesetzt. Die im Dezember umgesetzte Regelung hat bereits zur Deaktivierung von 4,7 Millionen Konten geführt. Nun ziehen auch andere Länder – darunter Großbritannien – ähnliche Schritte in Betracht, um junge Menschen im Internet besser zu schützen.
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) beobachtet Australiens Vorgehen genau. Sie hat eine Expertenkommission damit beauftragt, mögliche Maßnahmen zu prüfen, darunter Altersbeschränkungen für soziale Plattformen. Die endgültigen Empfehlungen sollen bis Mitte 2026 vorliegen, doch Prien strebt an, bereits bis Mitte dieses Jahres erste Vorschläge vorzulegen.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hält reine Altersgrenzen jedoch für unzureichend. Stattdessen fordert sie eine Stärkung der Medienbildung sowie eine konsequentere Umsetzung bestehender Jugendschutzgesetze. Prien pflichtet dem bei und betont, dass ein Mix aus verschiedenen Maßnahmen nötig sei, um junge Nutzerinnen und Nutzer wirksam zu schützen. Seit Inkrafttreten des australischen Gesetzes wurden 4,7 Millionen Konten minderjähriger Nutzer gelöscht. Großbritannien erwägt nun, diesem Beispiel zu folgen – ein mögliches Zeichen für einen weltweiten Wandel in der Regulierung des 'ard live'- und 'fernsehen heute'-Zugangs für Minderjährige.
Die deutsche Expertenkommission wird ihren Abschlussbericht bis Mitte 2026 vorlegen, doch Priens Ministerium plant, bereits bald erste Konzepte zu präsentieren. Die Debatte zeigt, wie stark die Sorge um die Sicherheit von Jugendlichen im Netz gewachsen ist. Australiens Erfahrung prägt unterdessen weiterhin die internationale Diskussion über digitale Altersbeschränkungen.