Berlin gründet Baugesellschaft gegen Sanierungsstau an Hochschulen für 8 Milliarden Euro
Hagen SieringBerlin gründet Baugesellschaft gegen Sanierungsstau an Hochschulen für 8 Milliarden Euro
Der Berliner Senat hat Pläne für die Gründung eines neuen Bauunternehmens gebilligt, das sich ausschließlich der Sanierung der Hochschulgebäude der Stadt widmen soll. Mit der Maßnahme soll der wachsende Sanierungsstau an den elf landeseigenen Universitäten angegangen werden – die geschätzten Kosten für Reparaturen und Modernisierungen belaufen sich auf rund 8 Milliarden Euro. Die Verantwortlichen erhoffen sich durch das neue System eine Beschleunigung der Arbeiten sowie eine Entlastung der Haushalte der Hochschulen.
Die neu gegründete Baugesellschaft für Hochschulen Berlin (BHG) wird künftig alle größeren Bauvorhaben an Berlins Universitäten steuern. Sie übernimmt die Leitung von 389 geplanten Bauprojekten, wobei 240 davon direkt dem Abbau des Sanierungsstaus dienen. Zudem zentralisiert die BHG die Planung und löst damit das bisherige, zersplitterte System ab, in dem jede Hochschule ihre Instandhaltungsmaßnahmen eigenständig organisierte.
Die Berliner Hochschulen nutzen derzeit etwa 450 landeseigene Gebäude mit einer Gesamtfläche von 1,2 Millionen Quadratmetern. Viele dieser Bauten benötigen grundlegende Sanierungen, was den Senat zum Handeln veranlasste. Finanziert wird das Vorhaben über Kredite und Mieteinnahmen, da die Universitäten ihre Gebäude künftig von der BHG anmieten statt sie selbst zu besitzen.
Zwischen 2032 und 2046 sind jährliche Investitionen in Höhe von 220,3 Millionen bis 298,6 Millionen Euro vorgesehen. Die Senatsverwaltung für Wissenschaft wird zudem jährlich rund 300 Millionen Euro für Mietzahlungen beisteuern. Die Hochschulen erhalten Mitspracherechte: Sie sind im Aufsichtsrat der BHG vertreten und haben gesicherte Mitbestimmungsrechte.
Das Gesetz muss noch vom Abgeordnetenhaus verabschiedet werden; die Abstimmung ist vor der Sommerpause geplant. Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) betonte, die BHG werde helfen, den Sanierungsstau auch bei knappen Budgets systematisch abzubauen und so die Zukunftsfähigkeit der Universitäten zu sichern.
Das neue System verlagert die Verantwortung für Instandhaltung und Modernisierung auf die BHG, was Verzögerungen verringern und die Kosten über einen längeren Zeitraum verteilen soll. Nach Verabschiedung des Gesetzes werden die Hochschulen auf Mietverträge und langfristige Finanzierungsmodelle setzen, um ihre Einrichtungen zu modernisieren. Die Reformen sollen in den kommenden Jahrzehnten bessere Bedingungen für Studierende und Beschäftigte schaffen.






