09 March 2026, 10:22

Berlin startet umstrittene KI-Überwachung an Regierungsgebäuden

Zwei Überwachungskameras an der Seite eines Gebäudes montiert, mit einer Glaswand im Vordergrund und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

AI-Überwachungstest im Rathaus und Parlament - Berlin startet umstrittene KI-Überwachung an Regierungsgebäuden

Berlin testet KI-gestützte Videoüberwachung an politischen Schlüsselflächen

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In Berlin soll in Kürze ein Pilotprojekt für KI-basierte Videoüberwachung in der Nähe zentraler Regierungsgebäude starten. Das System wird das Rote Rathaus, das Abgeordnetenhaus sowie die Senatsverwaltung für Inneres überwachen. Behördenvertreter betonen, die Technologie solle die stark belasteten Sicherheitsteams entlasten.

Kritiker monieren jedoch, dass es an ausreichender Kontrolle fehle. Niklas Schrader, Innenpolitiker der Linken, hat bereits Bedenken wegen möglicher Rechtsverstöße und des fehlenden parlamentarischen Diskurses geäußert.

Der Testlauf erfolgt vor dem Hintergrund eines akuten Mangels an qualifiziertem Sicherheitspersonal in der Hauptstadt. Aktuell unterstützen rund 400 voll ausgebildete Beamte die Wachen an politischen Standorten – eine Situation, die die Behörden als "nicht mehr tragbar" bezeichnen. Die KI-Lösung soll Abhilfe schaffen, indem sie Live-Kameraaufnahmen nach verdächtigem Verhalten analysiert und bei Auffälligkeiten automatisch Warnmeldungen ausgibt.

Laut Angaben der Verantwortlichen werden keine biometrischen Daten oder persönlichen Identitäten erfasst. Sämtliches Bildmaterial bleibe anonymisiert. Bei Erfolg des Pilotprojekts ist geplant, das System auf besonders gefährdete Botschaften und andere sensible Orte auszuweiten.

Schrader kritisierte das Vorgehen ohne vorherige Abstimmung scharf und bezeichnete den Test als Eingriff in die Rechte von Abgeordneten und Besuchern. Er forderte eine umfassende parlamentarische Debatte. Zwar gelten für Berlin derzeit keine spezifischen technischen oder rechtlichen Vorgaben im Rahmen der novellierten Sicherheitsgesetze, doch ab 2026/2027 treten allgemeine Verpflichtungen in Kraft – etwa die Anforderungen des EU-KI-Gesetzes für hochriskante Videoanalysen. Dazu zählen Verhältnismäßigkeitsprüfungen, Transparenz sowie sichere Datenverarbeitung, um Missbrauch zu verhindern.

Der Probebetrieb der KI-Überwachung startet an drei zentralen Regierungsstandorten. Bei positiver Bilanz könnte das System später auf Botschaften und weitere Risikobereiche ausgeweitet werden. Die Behörden versichern, die Technologie verbessere die Sicherheit, ohne die Privatsphäre zu beeinträchtigen – doch Kritiker pochen auf strengere Aufsicht, bevor eine flächendeckende Einführung erfolgt.

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