Berliner Bühnenarbeiter klagen gegen Ausbeutung bei Großveranstaltungen
Hans D. FinkeBerliner Bühnenarbeiter klagen gegen Ausbeutung bei Großveranstaltungen
Beschäftigte der Berliner Bühnenbaufirma 36 Stage XL klagen gegen prekäre Arbeitsbedingungen
Die Gewerkschaft FAU hat rechtliche Schritte gegen das Unternehmen eingeleitet und rügt die Nutzung unsicherer Arbeitsverträge. Arbeiter:innen berichten von mangelndem Arbeitsschutz, ausstehenden Löhnen und fehlenden Grundrechten.
Vojta C. arbeitete als Bühnenarbeiter für 36 Stage XL und war für den Aufbau schwerer Konstruktionen bei Großveranstaltungen zuständig. Das Unternehmen organisiert Techniklösungen für internationale Acts wie Metallica, Tame Impala und Lady Gaga in Locations wie der Uber Arena, der Waldbühne und dem Olympiastadion.
German Garcia, ein weiterer Mitarbeiter, begann mit einem Minijob, doch nach Beschwerden über unbezahlte Löhne wurden seine Schichten gekürzt. Sein befristeter Vertrag bot weder garantierte Arbeitszeiten noch Sozialversicherungsschutz. Als er krank wurde, erhielt er für ausgefallene Schichten keinen Lohnersatz.
Zudem sind die Beschäftigten Sicherheitsrisiken ausgesetzt: Viele verfügen über keine ausreichende Einweisung und müssen ihre Schutzkleidung selbst finanzieren. Die Initiative Stage Workers United informiert mittlerweile über Arbeitsrechte und Arbeitssicherheit.
Die FAU fordert stabile Verträge, die vollständige Einhaltung des Arbeitsrechts und höhere Sicherheitsstandards. Die Belegschaft verlangt faire Behandlung und ein Ende der ausbeuterischen Praktiken. Der Rechtsstreit wirft ein Schlaglicht auf die anhaltenden Missstände in Berlins Veranstaltungsbranche. Bei Erfolg könnte das Verfahren 36 Stage XL zu Reformen zwingen. Die Arbeiter:innen fordern weiterhin bessere Bezahlung, Jobgarantien und sichere Arbeitsbedingungen.






