Bernd das Brot feiert 25 Jahre als Deutschlands grantiger Kultstar
Margot RudolphBernd das Brot feiert 25 Jahre als Deutschlands grantiger Kultstar
Ein mürrisches Brotlaib namens Bernd das Brot ist seit 25 Jahren ein Kultstar in Deutschland. Ursprünglich fürs Kinderfernsehen erschaffen, eroberte die trockene Humor und lebensmüde Attitüde der Figur bald auch erwachsene Fans. Sein ungewöhnlicher Charme sorgte sogar für Aufmerksamkeit jenseits des Atlantiks, nachdem er kürzlich in einer beliebten US-Talkshow vorgestellt wurde.
Bernd gab sein Debüt im Jahr 2000 auf dem deutschen Kindersender KiKA in der Sendung "Tolle Sachen". Anders als die üblichen fröhlichen Figuren verkörperte er einen dauernd grantigen, nörgelnden Brotlaib, der davon überzeugt war, dass das Leben keinen Sinn habe. Seine schroffe Art und düstere Weltsicht hoben ihn schnell von anderen Charakteren ab.
Schon 2003 begann KiKA, kurze Bernd-Clips während der Sendepausen auszustrahlen – und gewann damit überraschend auch ein erwachsenes Publikum. Sein schwarzer Humor und die klischeehaft deutsche Grantigkeit festigten seinen Status als Kultfigur. 2004 wurde die Figur sogar mit dem renommierten Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet, der oft als deutsches Pendant zu den Emmy Awards gilt.
Im Laufe der Jahre wuchs Bernds Popularität durch Merchandising-Artikel wie den "Astrobrot"-Anstecker, der ihn in einem Raumanzug zeigt, oder die "Brotbeutel"-Tasche. Mit Erfurt-brandeten Basecaps und anderen Fanartikeln blieb er präsent – wenn auch meist nur in Deutschland. International bekannt wurde er kurzzeitig durch einen Auftritt in "Last Week Tonight with John Oliver", als die Sendung mit seinem Markenspruch "Mein Leben ist die Hölle" endete und damit bei den Zuschauern im Ausland einen bleibenden Eindruck hinterließ.
Bernd das Brot bleibt eine der ungewöhnlichsten Fernsehfiguren Deutschlands – eine Mischung aus Kinderunterhaltung und erwachsenem Sarkasmus. Sein anhaltender Erfolg liegt in seiner kompromisslosen Trübsinnigkeit und seinem scharfen Witz. Zwar ist er nach wie vor vor allem ein nationales Phänomen, doch seine jüngste Präsenz in den USA deutet darauf hin, dass sein Humor vielleicht noch ein größeres Publikum finden könnte.






