09 March 2026, 06:26

Betriebsratswahl bei Volkswagen: Cavallos Kampf um eine zweite Amtszeit

Ein Schwarz-Weiß-Bild einer Gruppe von Frauen, die in einer Fabrik arbeiten, mit Maschinen, Pfählen und einem Dach im Hintergrund.

Die mächtigste Frau bei Volkswagen: Wer ist Daniela Cavallo? - Betriebsratswahl bei Volkswagen: Cavallos Kampf um eine zweite Amtszeit

Heute finden in Volkswagen-Werk in Wolfsburg die Wahlen zum Betriebsrat statt. Daniela Cavallo, die amtierende Vorsitzende und Leiterin der Konzern- und Gesamtbetriebsräte, kandidiert nach fünf Jahren in dieser Funktion für eine weitere Amtszeit. Unter ihrer Führung hat sie Europas größten Automobilhersteller durch multiple Krisen gesteuert und sich gleichzeitig für Arbeitsplatzsicherheit und Arbeitnehmerrechte eingesetzt.

Cavallo übernahm 2019 das Amt und wurde damit eine der wenigen Frauen an der Spitze eines großen europäischen Betriebsrats. Während ihrer Amtszeit sah sie sich mit den Herausforderungen der Pandemie, wirtschaftlicher Abschwünge und den Folgen des russischen Angriffskriegs konfrontiert. Trotz dieser Belastungen erreichte ihre von der IG Metall unterstützte Liste 2022 mit 85,5 Prozent der Stimmen ein deutliches Zeichen der Zustimmung.

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In diesem Jahr konkurrieren sechs Kandidat:innenlisten und eine unabhängige Bewerbung um 67 Sitze. Cavallos Kampagne erhält Rückhalt von Gewerkschaften und politischen Persönlichkeiten, darunter IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). Beide loben ihr Engagement für die Belegschaft und ihre Rolle bei der Aushandlung zentraler Vereinbarungen mit Volkswagen.

Unter ihrer Führung verhandelte der Betriebsrat einen Umstrukturierungsplan, der Werksstilllegungen oder betriebsbedingte Kündigungen vermeidet. Stattdessen sollen bis 2030 in Deutschland 35.000 Stellen durch freiwillige Maßnahmen und Weiterqualifizierung abgebaut werden. Frühere Verhandlungen im Jahr 2026 sicherten zudem eine Inflationsprämie von 3.000 Euro, Arbeitsplatzgarantien bis 2030 sowie Investitionen in Elektroauto-Standorte wie Zwickau und Emden.

Das Werk Wolfsburg selbst stellt schrittweise die Produktion von Verbrennungsmotoren ein. Die Fertigung des benzinetriebenen Golf endet voraussichtlich Ende 2027, doch Volkswagen plant, dort ab 2030 den rein elektrischen Golf 9 zu bauen. Cavallo, eine gebürtige Wolfsburgerin und Tochter eines Gastarbeiters, beschreibt ihren Werdegang als eine Geschichte von Integration und Fortschritt.

Die Wahlergebnisse werden entscheiden, ob Cavallo den Betriebsrat weiterhin führt, während Volkswagen den Wandel zur E-Mobilität vollzieht. Ihr Wirken umfasst den Erhalt von Arbeitsplätzen, Qualifizierungsinitiativen und den Fokus auf Stabilität in einer Phase tiefgreifender Branchenveränderungen. Das Ergebnis wird die Arbeitsbeziehungen im Konzern in den kommenden Jahren prägen.

Quelle