Bonn verbietet Pferde beim Rosenmontagszug – Köln hält an Tradition fest
Elfriede WielochPferde beim Rosenmontagszug in Köln? Ein Für und Wider - Bonn verbietet Pferde beim Rosenmontagszug – Köln hält an Tradition fest
Rosenmontagszug in Bonn: Keine Pferde mehr – Tradition vs. Tierschutz
Der Rosenmontagszug in Bonn wird künftig ohne Pferde stattfinden – eine Entscheidung, die sowohl Enttäuschung als auch Zustimmung auslöst. Der Schritt folgt jahrelangen Debatten über den Tierschutz, bei denen Fragen zu Stress, Unfällen und Sicherheit im Mittelpunkt standen. Während Bonn die Tradition nun verbietet, hält die Nachbarstadt Köln an ihren Pferden im Umzug fest – trotz wachsender Kritik von Aktivisten und Künstlern.
Pferde sind seit Langem ein fester Bestandteil des Kölner Rosenmontagszugs, wo in diesem Jahr rund 230 Tiere erwartet werden. Doch die Tradition sieht sich zunehmendem Widerstand von Tierschutzorganisationen wie PETA und dem Deutschen Tierschutzbund ausgesetzt. Diese argumentieren, dass laute Musik, jubelnde Menschenmengen und fliegende Kamelle die Tiere stark belasten und immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen führen.
2018 bäumten sich plötzlich mehrere Pferde auf, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Der Vorfall veranlasste Bonn, Pferde aus dem Umzug in der Nähe von Musikgruppen zu verbannen – und schließlich ganz aus dem Zug zu nehmen. Veranstalter und Tierschützer begründeten den Schritt mit den Risiken von Stress, Leid und weiteren Unfällen.
Nicht alle unterstützen das Verbot. Der Karnevalskünstler Jacques Tilly sprach sich gegen den Einsatz von Pferden in modernen Umzügen aus und nannte die Praxis überholt. Kölns Festkomitee hingegen verschärfte die Regeln, statt ein generelles Verbot auszusprechen. Neu eingeführt wurden verpflichtende Schulungen, Eignungstests und Leitlinien zur Stressreduzierung – etwa durch die Platzierung der Pferde am Anfang oder Ende der Route, begleitet von erfahrenen Betreuern.
Trotz dieser Vorsichtsmaßnahmen bleiben Kritiker überzeugt, dass die Risiken zu hoch sind. Bonn geht mit seinem vollständigen Verzicht auf Umzugspferde bisher einen Sonderweg, während Köln an der Tradition festhält – und die Diskussion weitergeht.
Die Entscheidung Bonns spiegelt einen Wandel im Umgang mit Tierschutz bei öffentlichen Veranstaltungen wider. Das Verbot folgt auf Jahre mit Vorfällen und Kampagnen und setzt die Stadt damit von Kölns fortgesetzter Nutzung von Pferden ab. Angesichts der strengeren Auflagen könnte der Ausgang des diesjährigen Umzugs künftige Debatten in anderen Karnevalshochburgen prägen.






