22 March 2026, 02:16

BP verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen und beschleunigt radikale Umstrukturierung

Liniendiagramm, das die Wertminderungen von Vermögenswerten für Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkauft Raffinerie in Gelsenkirchen und beschleunigt radikale Umstrukturierung

BP treibt umfangreiche Umstrukturierungen voran, während die Ölpreise steigen und globale Lieferketten ins Stocken geraten. Das Unternehmen hat angekündigt, bis 2027 Vermögenswerte im Wert von 20 Milliarden US-Dollar zu veräußern – mehr als die Hälfte dieses Ziels ist bereits erreicht. Gleichzeitig haben sich die Spannungen in der Straße von Hormus verschärft und den Preis für Brent-Rohöl auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel getrieben.

Der Energieriese beschleunigt seine interne Neuaufstellung, um sich an den wandelnden Markt anzupassen. Teil dieser Strategie ist die Anhebung des Sparziels auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027. Mit diesen Maßnahmen will BP seine finanzielle Stabilität stärken und in den kommenden Jahren einen gleichmäßigen Cashflow sichern.

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Einer der größten Schritte ist der Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Transaktion umfasst die Übernahme von rund 1.800 Mitarbeitern sowie einer Anlage, die jährlich 12 Millionen Tonnen Öl verarbeiten kann. Analysten der HSBC reagierten mit einer Hochstufung der BP-Aktie von "Reduce" auf "Hold" und erhöhten das Kursziel – der Raffinerieverkauf könne die Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar verringern.

An anderer Front kämpft die Whiting-Raffinerie in Indiana mit Arbeitskonflikten: Nach gescheiterten Tarifverhandlungen wurden etwa 800 gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte ausgeschlossen. Dennoch betont die Unternehmensführung, dass es voraussichtlich keine größeren Produktionsausfälle geben werde. Unterdessen hat die US-Regierung die Lieferketten entlastet, indem sie eine 60-tägige Ausnahmegenehmigung vom Jones Act erteilte – damit dürfen nun ausländische Schiffe Waren zwischen US-Häfen transportieren.

Der globale Ölmarkt bleibt instabil. Schwere Blockaden in der Straße von Hormus haben fast 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte lahmgelegt und die Preise weiter in die Höhe getrieben.

BP setzt mit seinen Desinvestitionen und Sparmaßnahmen auf einen Kurs zwischen steigenden Ölpreisen und operativen Herausforderungen. Mit bereits abgeschlossenen Vermögensverkäufen in Höhe von 11 Milliarden US-Dollar liegt das Unternehmen gut im Plan. Wie sich diese Veränderungen auswirken, hängt jedoch davon ab, wie sich die globalen Lieferketten und Energiemärkte in naher Zukunft entwickeln.

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