Bundestag debattiert Wolfsjagd: 4.300 Nutztiere 2024 betroffen – was jetzt kommt
Hagen SieringDobrindt und Alabali Radovan werden im Bundestag von der Regierung befragt - Bundestag debattiert Wolfsjagd: 4.300 Nutztiere 2024 betroffen – was jetzt kommt
Der Bundestag kehrt diese Woche zur ersten Sitzung des Jahres zurück – mit einem vollen Programm. Die Abgeordneten werden über einen umstrittenen Gesetzentwurf beraten, der den Wolf im Bundesjagdgesetz als jagdbar einstuft. Der Vorstoß folgt auf eine Zunahme von Angriffen auf Nutztiere: Allein 2024 waren über 4.300 Tiere in mehr als 1.100 Vorfällen betroffen.
Den Auftakt macht am Mittwoch eine 90-minütige Regierungsbefragung. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (SPD) müssen sich den Fragen der Abgeordneten stellen.
Ziel des Wolfs-Gesetzentwurfs ist es, die Verluste in der Viehzucht einzudämmen. 2024 töteten oder verletzten Wölfe rund 4.300 Nutztiere in etwa 1.100 Fällen. Besonders betroffen war der Landkreis Cuxhaven in Niedersachsen mit 52 Angriffen und 147 getöteten Tieren – die höchste Zahl bundesweit.
Neben der Wolfsdebatte steht eine Eilaussprache zum jüngsten Cyberangriff auf das Berliner Stromnetz auf der Tagesordnung. Die AfD hat zudem einen Antrag eingebracht, der schwangere Frauen und Mütter bei der Existenzgründung unterstützen soll. Die Grünen drängen unterdessen auf eine Debatte über Reformen in der Agrarpolitik.
Die erste Sitzungswoche des Bundestags legt den Grundstein für zentrale Diskussionen – von Wildtiermanagement über Energiesicherheit bis hin zu wirtschaftlicher Förderung. Der Wolfs-Entwurf spiegelt dabei die wachsenden Sorgen um den Schutz von Nutztieren wider. Nun prüfen die Abgeordneten die Vorschläge, bevor es in die weiteren Beratungen geht.