27 April 2026, 20:21

CDU Hessen leitet Ausschlussverfahren nach AfD-Bündnis in Biebesheim ein

Gruppe von Menschen, die um einen Tisch mit Papieren stehen, umgeben von Fahnen, Topfpflanzen und einem Rahmenfoto an der Wand, wahrscheinlich bei der Unterzeichnung eines U.S.-Kanada-MOU feiern.

CDU Hessen leitet Ausschlussverfahren nach AfD-Bündnis in Biebesheim ein

Die hessische CDU hat Parteiverfahren gegen Mitglieder eingeleitet, die sich bei einer Kommunalwahl mit der AfD verbündet haben. Der Schritt folgt einer umstrittenen Wahl in Biebesheim am Rhein, bei der eine gemeinsame Liste dazu führte, dass ein AfD-Kandidat einen Sitz im Gemeindevorstand erhielt. Parteivertreter verurteilten die Zusammenarbeit als Bruch langjähriger Grundsätze.

In Biebesheim am Rhein hatten CDU- und AfD-Vertreter für die Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten eine gemeinsame Kandidatenliste eingereicht. Dies geschah nach Streitigkeiten mit einem Gegenvorschlag von SPD, Grünen und Freien Wählern, die gemeinsam 17 der 31 Gemeinderatssitze halten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrich Harth hatte offen dafür geworben, dass seine Partei – die über acht Sitze verfügt – einen Beigeordneten-Posten erhält.

Die gemeinsame Initiative war erfolgreich: Der AfD-Politiker Bernd Kahnert wurde in den Gemeindevorstand gewählt. Der CDU-Kreisverband Groß-Gerau reagierte umgehend und leitete Ausschlussverfahren gegen die Beteiligten ein. Der Kreisvorsitzende Stefan Sauer betonte, die Entscheidung sei nicht verhandelbar, und deutete weitere Konsequenzen an.

Die CDU bezeichnete die Abstimmung als "offensichtlich spontan und unabgestimmt" und damit als Verstoß gegen die Unvereinbarkeitsbeschlüsse von 2018 und 2020. Der hessische CDU-Generalsekretär Leopold Born unterstützte das harte Vorgehen und forderte eine klare Haltung auf kommunaler Ebene. Gleichzeitig zeigte eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB), dass in fast 19 Prozent von 5.000 inhaltlichen Abstimmungen zwischen Mitte 2019 und Mitte 2024 andere Parteien direkt mit der AfD kooperierten. Besonders häufig taten dies fraktionslose Gemeinderäte und kleinere Parteien.

Die Ausschlussverfahren der CDU markieren eine konsequente Reaktion auf unerlaubte Zusammenarbeit mit der AfD. Der Fall unterstreicht die anhaltenden Spannungen um lokale politische Bündnisse in Hessen. Weitere Schritte der Partei zur Durchsetzung ihrer Regeln gegen solche Kooperationen werden erwartet.

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