03 February 2026, 14:37

Das Licht erlischt: Deutschlands älteste Leuchtenmanufaktur schließt für immer

Ein aufgeschlagenes Buch mit einer Zeichnung einer Kronleuchter, begleitet von Text, der detaillierte Informationen über dessen Design enthält.

Leuchtmittelhersteller Wurzen stellt den Betrieb ein - Das Licht erlischt: Deutschlands älteste Leuchtenmanufaktur schließt für immer

Deutschlands ältester Leuchtenhersteller, die Leuchten Manufactur Wurzen, stellt Ende Februar den Betrieb ein. Das Unternehmen, bekannt für seine handgefertigten Kronleuchter, meldete Ende November Insolvenz an, nachdem die Aufträge drastisch eingebrochen waren. Trotz einer weltweiten Suche nach Käufern fand sich kein Investor, der die historische Werkstatt retten wollte.

Die finanziellen Probleme des Unternehmens begannen im vergangenen Herbst, als ein starker Nachfragerückgang das Unternehmen in die Insolvenz trieb. Bis Ende Januar hatten sich die letzten beiden potenziellen Käufer zurückgezogen – damit war das Schicksal der Manufaktur besiegelt. Anfang Februar erhielten die Mitarbeiter die ersten Kündigungen, was den Beginn der Schließung einläutete.

Über ein Jahrhundert lang fertigte die Werkstatt maßgefertigte Leuchten für einige der bekanntesten Gebäude Deutschlands. Ihre Kronleuchter hängen noch heute in der Dresdner Semperoper, im Bremer Rathaus sowie in Schlössern in Sachsen und Sachsen-Anhalt. Doch es gibt keine offiziellen Aufzeichnungen darüber, wie viele historische Stätten noch mit den ursprünglichen Leuchten ausgestattet sind.

Obwohl das Unternehmen seine Tätigkeit einstellt, laufen weiterhin Bemühungen, sein Erbe zu bewahren. Konstruktionszeichnungen, Produktionsvorlagen und anderes geistiges Eigentum könnten noch gerettet werden. Eine letzte Rettungsübernahme bleibt theoretisch möglich, doch bisher gab es keine ernsthaften Angebote.

Mit der Schließung endet eine lange Tradition deutscher Handwerkskunst im Leuchtenbau. Ohne einen Rettungsdeal werden die verbleibenden Vermögenswerte der Werkstatt liquidiert. Ehemalige Mitarbeiter und Denkmalschützer stehen nun vor der Aufgabe, das verbleibende Werk zu dokumentieren.