18 January 2026, 04:00

Detlef Soost warnt vor jahrelangen Bahn-Chaos durch Modernisierungsprojekte

Eine Straßenbahn fährt durch eine Straße mit hohen Gebäuden, mit Masten, Schildern, einem Mülleimer, einem Auto und einem Baum.

Minister: Bahnreisende müssen weiter leiden - Detlef Soost warnt vor jahrelangen Bahn-Chaos durch Modernisierungsprojekte

Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Soost warnt vor jahrelangen Bahnbehinderungen

Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Soost hat Bahnreisende vor anhaltenden Einschränkungen in den kommenden Jahren gewarnt. Die Verspätungen und Ausfälle sind Folge umfangreicher Modernisierungsprojekte, die bei Fahrgästen bereits jetzt für weitverbreitete Frustration sorgen. Soost, der selbst regelmäßig die Bahn nutzt, räumte die durch die Bauarbeiten verursachten Probleme ein, betonte jedoch, dass die Maßnahmen unverzichtbar seien.

In einer Stellungnahme kritisierte Soost die aktuelle Praxis, ganze Strecken monatelang komplett zu sperren. Als Beispiel nannte er die Verbindung Hamburg–Berlin, wo langfristige Vollsperrungen unnötige Härten für Pendler und Reisende mit sich brächten. Stattdessen plädierte er für ein Umdenken hin zu internationalen Standards, bei denen Sanierungen oft ohne vollständige Betriebseinstellungen durchgeführt werden.

Zudem bemängelte der Minister die Ineffizienz von Schienenersatzverkehr mit Bussen, die er als teuer und kaum ausgelastet bezeichnete. Als Lösung kündigte Soost an, künftig auf langfristige Streckensperrungen zu verzichten, um die Belastungen für Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Seine Äußerungen erfolgen nach seinem Austritt aus der politischen Partei im Januar 2026, der auf interne Konflikte folgte. Obwohl er die Partei verlassen hat, bleibt er bis zur Bildung einer neuen Landesregierung im Amt. Soost rechnet damit, in den nächsten Wochen zurückzutreten, um sich anschließend seinen Hobbys und ehrenamtlichem Engagement zu widmen.

Die Warnungen des Ministers deuten auf weitere Herausforderungen für Bahnkunden in Brandenburg hin. Seine Reformvorschläge zielen darauf ab, künftige Beeinträchtigungen durch weniger invasive Bauverfahren zu verringern. Bis dahin müssen sich Reisende jedoch auf anhaltende Einschränkungen einstellen, während die Modernisierungsarbeiten fortgesetzt werden.