17 March 2026, 00:20

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung

Alte deutsche Banknote mit einer Vogeldarstellung und dem Text "Deutsche Bank und Disconto-Gefellichaft Berlin" darauf.

Deutsche Bank und BII starten 150-Millionen-Initiative für Afrikas Handelsfinanzierung

Die Deutsche Bank hat sich mit der British International Investment (BII) zusammengeschlossen, um das Handelsfinanzierungsdefizit in Afrika zu bekämpfen. Das neue Risikoteilungsprogramm im Volumen von 150 Millionen US-Dollar konzentriert sich auf unterversorgte Märkte auf dem gesamten Kontinent. Dies markiert die erste formelle Zusammenarbeit zwischen den beiden Institutionen.

Unterdessen hat die Bank Gerald Podobnik zum neuen Co-Leiter ihres globalen Firmenkundengeschäfts ernannt. Er übernimmt die Position von Ole Matthiessen.

Die Lücke in der Handelsfinanzierung Afrikas beläuft sich laut Afrikanischer Entwicklungsbank auf geschätzte 100 Milliarden US-Dollar pro Jahr. Besonders betroffen sind kleinere Volkswirtschaften wie Sambia, Äthiopien und Ruanda. Viele Unternehmen sind gezwungen, auf Bargeschäfte auszuweichen, was die Betriebskapazitäten belastet und das Wachstum bremst.

Seit 2021 haben mehrere Großbanken – darunter HSBC, Standard Chartered und Barclays – ihre Aktivitäten in Afrika zurückgefahren. Am stärksten betroffen sind Nigeria, Ghana, Kenia und Südafrika. Regulatorischer Druck, geringe Rentabilität und hohe Compliance-Kosten im Zusammenhang mit Geldwäschevorschriften waren die Hauptgründe für diese Entscheidungen.

Die neue Vereinbarung zwischen der Deutschen Bank und der BII sieht ein unfundiertes Risikobeteiligungsmodell vor. Das Programm soll kurzfristige Handelsfinanzierungen über lokale Partnerinstitute ermöglichen. Die Aktie der Deutschen Bank notiert derzeit bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Podobnik wird das globale Firmenkundengeschäft nun gemeinsam mit Michael Diederich leiten. Seine Ernennung folgt auf den Abschied Matthiessens aus dieser Funktion.

Die 150-Millionen-Initiative zielt darauf ab, die Engpässe in der Handelsfinanzierung für afrikanische Unternehmen zu verringern. Lokale Partner werden die Mittel verteilen und damit kleineren Firmen dringend benötigte Liquidität zugänglich machen. Der Aktienkurs der Deutschen Bank bleibt unter Druck und spiegelt die allgemeinen Marktprobleme wider.

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