Görlitzer Brücke: Deutsche Bahn will historische Verbindung schließen – Proteste wachsen
Margot RudolphGörlitzer Brücke: Deutsche Bahn will historische Verbindung schließen – Proteste wachsen
Ein langjähriger Streit um die Görlitzer Brücke hat sich zugespitzt, nachdem die Deutsche Bahn Pläne bekannt gab, die historische Eisenbahnbrücke zu schließen. Die Brücke, die Alt-Treptow und Kreuzberg über den Kanal verbindet, ist seit Jahrzehnten eine wichtige Fußgängerverbindung. Nun steht ihre Zukunft auf dem Spiel, da sich lokale Politiker und Anwohner gegen die Entscheidung stemmen.
Die Görlitzer Brücke war 1994 von der Deutschen Bahn an den Bezirk Treptow-Köpenick verpachtet worden. Seitdem hat ihre Schotteroberfläche zu Entwässerungsproblemen geführt, die Korrosion beschleunigt und die Wartung erschwert. Trotz dieser Mängel bleibt die Brücke eine lebenswichtige Verbindung für die Anwohner.
Die Deutsche Bahn hat den Pachtvertrag nun gekündigt und den 30. Juni als Schließungstermin festgesetzt. Das Unternehmen hat angeboten, das Eigentum an der Brücke kostenlos an die Bezirke zu übertragen, doch die Verhandlungen sind ins Stocken geraten. Unterdessen hat die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg mit großer Mehrheit gegen die Schließung gestimmt und argumentiert, diese würde den Alltag der Anwohner massiv beeinträchtigen.
Die Bezirksstadträtin Claudia Leistner besteht darauf, dass die Brücke offen bleiben muss, und fordert neue Gespräche mit der Deutschen Bahn. Pascal Striebel, Fraktionsvorsitzender der Grünen, betont ihre Bedeutung als direkte Verbindung zwischen den beiden Bezirken. Auch der Bezirksbürgermeister von Treptow-Köpenick hat sich an Senatmitglieder gewandt, um den Übergang zugänglich zu halten.
Eine Schließung hätte Folgen für nahegelegene Betriebe, darunter Jimmy's Falafel-Stand, sowie für einen Spielplatz auf der Alt-Treptower Seite. Lokale Vertreter warnen, dass der Verlust der Brücke eine vielgenutzte Route für Fußgänger und Radfahrer abschneiden würde.
Das Schicksal der Görlitzer Brücke bleibt ungewiss, während die Frist näher rückt. Das Angebot der Deutschen Bahn, das Gelände unentgeltlich zu überlassen, hat bisher zu keiner Einigung geführt. Ohne eine Lösung wird die Brücke Ende Juni geschlossen – und Anwohner sowie Unternehmen müssen sich an den Verlust einer langjährigen Verbindung anpassen.






