DGB fordert Maßnahmen gegen Arbeitsplatzverluste in Sachsen - DGB fordert Maßnahmen gegen Arbeitsplatzverluste in Sachsen
Sachsens Arbeitsmarkt steckt in der schwersten Krise seit einem Jahrzehnt – die Arbeitslosigkeit steigt rasant an. Besonders betroffen sind die Industrie und die Zeitarbeitsbranche, während Fachkräfte aufgrund niedriger Löhne und schlechter Arbeitsbedingungen weiterhin abwandern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat nun einen dringenden Appell zum Gegensteuern gestartet.
Beim Chemiegipfel Ostdeutschland 2025 schloss sich der DGB mit Unternehmen zusammen, um bundesweite Hilfen einzufordern. Vor den Wirtschaftsministern aus Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden stärkere wirtschaftliche Förderung, Arbeitsplatzsicherheit und der Ausbau sozialer Partnerschaften gefordert. Als zentrale Prioritäten wurden eine verlässliche Energieversorgung und bessere Tarifbindungen genannt.
Die Arbeitslosigkeit in Sachsen hat ein Niveau erreicht, wie es seit 2014 nicht mehr verzeichnet wurde – gleichzeitig gehen die Stellenangebote zurück. DGB-Landeschef Markus Schlimbach warnte, der wirtschaftliche Abschwung habe mittlerweile den Arbeitsmarkt erfasst. Nur noch 41 Prozent der Beschäftigten arbeiten unter Tarifverträgen, was Löhne und Arbeitsschutz schwächt. Der DGB besteht darauf, dass Unternehmen die Bedingungen verbessern müssen, um Fachkräfte zu halten. Gleichzeitig forderte die Gewerkschaft die Politik auf, die hohen Industrie-Strompreise zu senken und die Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte zu stoppen. Ohne schnelle Veränderungen drohe eine Verschärfung des Fachkräftemangels, so der DGB. Die Gewerkschaft betonte, dass eine gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Gewerkschaften und Politik notwendig sei. Ziel sei es, Industriearbeitsplätze zu sichern, die Demokratie zu stärken und den sozialen Zusammenhalt in der Region zu wahren.
Die Forderungen des DGB konzentrieren sich auf konkrete Maßnahmen: fairere Löhne, stabile Energiepreise und stärkere Tarifbindung. Ohne zügiges Handeln riskiert Sachsen einen weiteren wirtschaftlichen Niedergang und den Verlust weiterer Fachkräfte. Nun liegt es an Arbeitgebern und Politik, nachhaltige Lösungen umzusetzen.