Dieter Nuhr zerlegt Merz, Trump und Deutschlands strukturelle Schwächen
Margot RudolphDieter Nuhr: Merz legt erst los - vielleicht sogar in drei Jahren - Dieter Nuhr zerlegt Merz, Trump und Deutschlands strukturelle Schwächen
Dieter Nuhr, einer der bekanntesten Satiriker Deutschlands, hat mit seiner scharfen politischen und gesellschaftlichen Kommentierung erneut für Gesprächsstoff gesorgt. In seiner jüngsten ARD-Sondersendung nahm der Kabarettist Bundeskanzler Friedrich Merz, das Bildungssystem und sogar den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump aufs Korn – und das kurz vor seinem fast 40-jährigen Bühnenjubiläum.
Nuhrs Jahresrückblick 2025, Ende Dezember ausgestrahlt, sezierte die größten politischen Momente des Jahres mit seinem markanten Witz. Er persiflierte Merz’ umstrittene Äußerung zum Stadtbild und wies darauf hin, wie schnell Politiker für klare Worte in die Kritik geraten. Gleichzeitig deutete er an, Merz könnte als Kanzler noch überraschen – schließlich sei er "erst am Anfang" und habe noch drei Jahre vor sich.
Doch der Satiriker ließ auch die tieferliegenden Probleme Deutschlands nicht aus. Die sinkende Produktivität führte er nicht nur auf hohe Lohnkosten zurück, sondern machte strukturelle Schwächen für die Flucht der Investoren verantwortlich. Auch das Bildungssystem bekam sein Fett weg: Schulabgänger verfügten seiner Meinung nach oft nicht über die nötigen Kompetenzen für ein Studium. Selbst die aktuelle Regierung blieb nicht verschont: Zwar vermisse er die satirische "Fundgrube" der Ampelkoalition, doch auch die jetzige Regierung biete genug Angriffsfläche. Über die deutsche Politik hinaus nahm Nuhr auch Donald Trump ins Visier, abgetan als "Großmaul", dessen Einfluss im Nahen Osten er dennoch nicht unterschätzte. Außenminister Johann Wadephul musste sich ebenfalls Kritik gefallen lassen – Nuhr spottete, dieser scheine entschlossen, Annalena Baerbocks diplomatische Fehltritte zu wiederholen.
Zum Schluss ließ Nuhr das Publikum mit dem Gefühl zurück, noch lange nicht fertig zu sein – ein passender Abgang für einen Künstler, der 2026 auf 40 Jahre Bühnenpräsenz zurückblickt und sich weiterhin keine Blöße gibt.
Mit seiner jüngsten Sendung festigte Nuhr seinen Ruf als furchtlose Stimme, die Humor mit treffender Gesellschaftskritik verbindet. Angesichts seines anstehenden Jubiläums zeigt der Satiriker keine Anzeichen von Müdigkeit – zumal die deutsche Politik ihm weiterhin reichlich Stoff liefert.