Digitale Bohrtechnologie revolutioniert Bergbau in deutscher Pilotmine
Hans D. FinkeDigitale Bohrtechnologie revolutioniert Bergbau in deutscher Pilotmine
Neues Forschungsprojekt Mine.IO testet digitale Bohrtechnologie in deutscher Pilotmine
In einem neuen Forschungsprojekt namens Mine.IO wird in einer Pilotmine in Deutschland digitale Bohrtechnologie erprobt. Bei den Versuchen kommt ein Hightech-Bohrgerät mit Sensoren zum Einsatz, die Echtzeitdaten an eine Cloud-Plattform übermitteln. Ziel ist es, den Bergbau durch fortschrittliche digitale Werkzeuge intelligenter und nachhaltiger zu gestalten.
Die Tests finden in der Pilotmine Reiche Zeche statt, wo ein digitalisierter Erkundungsbohrer präzise Messdaten sammelt. Sensoren erfassen Drehgeschwindigkeit, Hydraulikdruck, Vibrationen und die exakte Position des Bohrmeißels. Diese Daten werden über Glasfaserkabel sofort an ein KI-System zur Auswertung weitergeleitet.
Die KI verarbeitet die Informationen, um ein präzises geologisches Profil jedes Bohrlochs zu erstellen. Zudem sagt sie den optimalen Zeitpunkt für den Wechsel der Bohrköpfe voraus – das spart Kosten und steigert die Effizienz. Über die Bohrungen hinaus will das Projekt digitale Zwillinge entwickeln: virtuelle Modelle, die gesamte Bergbauprozesse simulieren. An Mine.IO beteiligen sich 25 europäische Partner, darunter die Technische Universität Bergakademie Freiberg. Zwei der sieben Pilotanlagen des Projekts sind an der Universität angesiedelt. Langfristig soll der Bergbau an die Standards von Industrie 4.0 angepasst werden, um Produktivität und Umweltverträglichkeit gleichermaßen zu steigern.
Die Technologie könnte die Arbeitsweise von Minen revolutionieren, indem sie Abfall reduziert und die Ressourcennutzung optimiert. Echtzeitdaten und KI-gestützte Analysen dürften eine Schlüsselrolle für die Zukunft der Branche spielen. Die Erkenntnisse des Projekts könnten später weltweit in Bergwerken Anwendung finden.