22 December 2025, 00:00

Dresdens neuer Stadtschreiber

Ein aufgeschlagenes Buch mit Schrift darauf.

Dresdens neuer Stadtschreiber

Dresdens neue Stadtschreiberin

Die Jury hat entschieden: Die russisch-deutsche Autorin Olga Martynowa erhält das Dresdner Stadtschreiber-Stipendium. Mit ihrer vielfältigen Perspektive und literarischen Erfahrung bereichert sie die lokale Kulturszene.

Die russisch-deutsche Schriftstellerin Olga Martynowa wird 2026 Dresdens neue Stadtschreiberin. Das renommierte sechsmonatige Stipendium würdigt ihr literarisches Schaffen und ihren kulturellen Einfluss. Eine Fachjury zeichnete sie für Werke aus, die lyrische Tiefe mit philosophischer Reflexion verbinden.

Geboren 1962 in Dudinka, gehörte Martynowa in den 1980er-Jahren zu den Mitbegründern der Leningrader Dichtergruppe Kamera Chranenija. Seit ihrem Umzug nach Deutschland 1991 prägt sie maßgeblich die russisch-deutsche Literatur. Zu ihren Auszeichnungen zählen der Ingeborg-Bachmann-Preis und der Berliner Literaturpreis; derzeit ist sie Vizepräsidentin der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Das seit 1996 bestehende Stadtschreiber-Programm fördert Autor:innen von herausragender literarischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Martynowas Auswahl unterstreicht ihre Fähigkeit, zwei Kulturen zu verbinden und dabei europäische Traditionen aufzugreifen. Annekatrin Klepsch, Dresdens Kulturbeauftragte, lobte ihren poetischen und philosophischen Stil als „innovativ und berührend“.

Heiko Lachmann, Vorstandsmitglied der Dresdner Stiftung, beschrieb Martynowas Lyrik als „intellektuell anspruchsvoll und erhellend“. Das Stipendium umfasst ein monatliches Honorar und eine mietfreie Unterkunft, finanziert von der Stiftung Kunst & Kultur Dresden. Ihre erste öffentliche Lesung findet im Juni 2026 in der Zentralbibliothek des Kulturpalasts statt.

Ab 2026 wird Martynowa in Dresden leben und arbeiten – mit Zeit und Raum für neue Projekte. Die Förderung des Programms zeigt Dresdens Engagement, literarische Talente mit interkulturellem Blick zu stärken. Ihr Wirken wird die städtische Kulturlandschaft während ihres Aufenthalts bereichern.