23 December 2025, 00:33

Ein Professor, ein Kühlschrank und Heidi Reichinnek - Anzeige ist draußen

Ein Fernseher, der an einer Wand montiert ist und eine Person, einen Kühlschrank und eine Flasche auf einem Kühlschrankregal zeigt.

Ein Professor, ein Kühlschrank und Heidi Reichinnek - Anzeige ist draußen

Ein Professor, ein Kühlschrank und Heidi Reichinnek – Post sorgt für Aufsehen

Teaser: Ein Leipziger Jura-Professor löst mit einem Kühlschrank-Witz über die Linken-Politikerin Reichinnek eine Debatte aus. Die Linke spricht von Sexismus, er von Meinungsfreiheit.

8. November 2025, 06:20 Uhr

Ein deutscher Rechtsprofessor hat mit einem umstrittenen Witz über eine Politikerin der Linken in sozialen Medien eine hitzige Diskussion ausgelöst. Tim Drygala, Dozent an der Universität Leipzig, teilte ein Foto von Heidi Reichinnek an seinem Kühlschrank – versehen mit einer von vielen als beleidigend empfundenen Bildunterschrift. Der Vorfall führte zu Forderungen nach beruflichen Konsequenzen und befeuerte erneut die Debatte über Meinungsfreiheit und Sexismus im Netz.

Der Streit begann, als Drygala ein Bild von Reichinnek, Co-Vorsitzende der Linken im Thüringer Landtag, an seinem Kühlschrank befestigt veröffentlichte. Der dazugehörige Text lautete: „Da das nicht richtig zugeht, muss man immer mit der Faust draufhauen, damit es schließt. Damit ich es nicht vergesse, habe ich mir eine kleine Erinnerung gemacht. Funktioniert perfekt.“ Reichinnek reagierte empört, bezeichnete den Post als sexistisch und warf ihm vor, Gewalt gegen Frauen zu verharmlosen. Sie kündigte rechtliche Schritte an.

Zuvor war die Politikerin bereits von Drygalas Ehefrau, Frau Drygala, kritisiert worden, die ihr Heuchelei in ihrer Haltung zur Palästina-Solidarität vorwarf – vor dem Hintergrund von Berichten über Gewalt gegen Juden in Berlin am 7. Oktober 2023. Der ursprüngliche Konflikt hatte bereits eine breite Online-Debatte ausgelöst. Drygala verteidigte seinen Post als politische Kritik und nicht als Angriff auf Frauen. Er wies Sexismus-Vorwürfe zurück und deutete die Empörung als Versuch, abweichende Meinungen zum Schweigen zu bringen. Das Leipziger Studierendenkollektiv und andere Nutzer forderten die Universität auf, gegen ihn vorzugehen. Die Universität Leipzig distanzierte sich jedoch. Sprecher Carsten Heckmann betonte, private Social-Media-Aktivitäten lägen außerhalb des Zuständigkeitsbereichs der Hochschule – eine offizielle Prüfung oder disziplinarische Maßnahmen werde es daher nicht geben.

Drygala sieht sich zwar öffentlicher Verurteilung ausgesetzt, muss aber keine beruflichen Konsequenzen seitens seines Arbeitgebers fürchten. Reichinneks Androhung rechtlicher Schritte bleibt vorerst ungeklärt, während die Diskussion über Meinungsfreiheit, politische Kritik und geschlechtsspezifische Beleidigungen weitergeht. Die Haltung der Universität unterstreicht die Grenze zwischen privater Äußerung und institutioneller Verantwortung.