EKD: Regenbogenflagge sollte wehen, deutsche Flagge ist tabu
EKD: Regenbogenflagge soll wehen, Deutschlandflagge bleibt tabu
Teaser: Regenbogenflaggen sollen erlaubt sein – die Deutschlandflagge jedoch nicht. Die Evangelische Kirche ringt auf der Synode in Dresden um ihre Flaggenidentität.
Artikel: Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) überprüft auf ihrer dieswöchigen Synode in Dresden ihre Flaggenpolitik. Eine seit Jahrzehnten geltende Regelung erlaubt es Kirchengebäuden bisher nur, die offizielle Kirchenflagge zu hissen – ein violettes Kreuz auf weißem Grund. Doch viele Gemeinden zeigen bereits seit Längerem Regenbogenflaggen, was nun Forderungen nach einer Anpassung der Vorschriften ausgelöst hat.
Die bestehende Regelung stammt aus dem Jahr 1947 und sieht vor, dass neben dem kircheneigenen Symbol keine weiteren Flaggen gehisst werden dürfen. Trotzdem sind Regenbogenflaggen in den vergangenen Jahren vor vielen Kirchen zu einem vertrauten Bild geworden. Nun haben zwei Kirchenvertreter, Michael Germann und Hans-Tjabert Conring, einen Gesetzentwurf vorgelegt, der das alte Verbot durch eine neue Regelung ersetzen soll. Ihr Vorschlag sieht vor, die Kirchenflagge offiziell anzuerkennen, gleichzeitig aber auch andere Flaggen zuzulassen, sofern sie mit dem Auftrag der Kirche vereinbar sind.
Kirsten Fehrs, Vorsitzende des EKD-Rates, unterstützt diesen Schritt, die Praxis des Hissens von Regenbogenflaggen offiziell zu verankern. Die Synodenpräsidentin Anna-Nicole Heinrich betonte, dass nationale Flaggen wie die Deutschlands weiterhin nicht erlaubt seien – es sei denn, sie passten zur Botschaft der Kirche. Die EKD selbst hat kein pauschales Verbot für Regenbogenflaggen, sondern überlässt die Entscheidung den Landeskirchen und einzelnen Gemeinden – ähnlich wie bei nationalen Flaggen. Die Debatte wird bis Mittwoch andauern, wenn die Delegierten über die neuen Regelungen abstimmen sollen. Bei einer Zustimmung würde dies den Übergang von der strengen Regelung von 1947 zu einem flexibleren Ansatz markieren.
Eine endgültige Entscheidung über die Flaggenpolitik soll bis zum Ende der Synode fallen. Falls der Vorschlag angenommen wird, erhalten Landeskirchen und Gemeinden klarere Richtlinien, welche Symbole sie zeigen dürfen. Das Ergebnis wird zeigen, ob Regenbogenflaggen künftig offiziell neben dem traditionellen Kirchenemblem anerkannt werden.